Texas, der Lone Star State. Von Anthony nach San Antonio

Texas, der Lone Star State. Diesen Beinamen hat er auf Grund seines einzelnen Sternes, den er in der Flagge trägt.

Texas, ist mit einer Fläche von 695,621 m2  der zweit größte Bundesstaat der USA nach Alaska. Nach Kalifornien hat Texas die zweitgrößte Einwohnerzahl. Damit ihr eine Vorstellung von der Größe habt, ( wir hatten sie nicht), packt einfach Frankreich, Deutschland, Liechtenstein, die Schweiz, die BeNeLux Länder und Dänemark ohne seine Inseln hinein. Wir erreichen den Bundesstaat  nach einigen Schwierigkeiten mit etwas Verspätung. Direkt bei Anthony passieren wir von New Mexico kommend die Grenze. Der Stern Texas verfolgt uns wohin wir schauen. Brückenpfeiler sind mit ihm geschmückt und so manches Privathaus. Von den öffentlichen Gebäuden ganz zu schweigen. Wenn wir an Texas denken, denken wir an Rinder und Öl, wie in dem Film Giganten mit James Dean, Rock Hudson und Elisabeth Taylor. Momentan denken wir aber erst einmal an endlose Fahrerei durch den gigantischen Staat. Die Rinder scheinen noch im Stall zu stehen, denn draußen lassen sich nur vereinzelt welche blicken. Und dann sind es auch keine Longhorns Rinder.

Los geht es in Anthony direkt auf den Texas Mountain Trail. Klingt doch viel besser als Interstate 10. Es ist -5° und die Scheibenwaschanlage ist zugefroren. Anfangs sehen wir noch einige kleine Berge und Hügel, dann haben wir aber immer nur ein Bild vor uns, neben uns und hinter uns. Nach der lästigen Fahrt zurück nach Mexiko, um das Auto reparieren zu lassen, ist heute nur eine kurze Fahrt angesagt. In Fort Stockton ist nach 384 Km Schluß. Die Reklameschilder des Ortes, die wir in El Paso gesehen haben, halten nicht das was sie versprechen. Das sogenannte Fort ist ein Reinfall, aber halb so schlimm weil der Ort auf der Route liegt.

Im Verlauf ändert sich der Name der Interstate 10 in Texas Pecos Trail und die Landschaft wird wieder hügeliger, aber nicht interessanter.

Wir sehen vereinzelt einige Ölpumpen und Windräder und statt verkrüppelter Sträucher jetzt Kiefernwälder. In Ozano müssen wir zum Tanken die Interstate verlassen. Von der Angestellten bekommen wir den Tip den David Crockett Park und das Museum zu besuchen. David Crockett war ein Politiker und Kriegsheld der im Kampf von Alamo, im heutigen San Antonio, gefallen ist. Spätere Aussagen behaupten er wäre von dem damaligen mexikanischen Präsidenten Antonio Lopez de Santa Anna nach der Niederlage exekutiert worden. Wie dem auch sei, die Schlacht um Alamo ging verloren, der Krieg wurde aber gewonnen.

Bei Kerrville verlassen wir die Interstate und es geht auf der 173, der Farm Road, ins Hinterland. Ziel ist die kleine Ortschaft Bandera im schroffen Texas Hill Country. Der Ort hebt sich wohltuend von den anderen amerikanischen Städten ab. Ein gewisser Western Flair und Cowboy Mentalität ist noch zu spüren. Entlang der Main Street befinden sich viele alte Gebäude, urige Kneipen und Restaurants in denen fast jeden Abend Live Musik gespielt wird. Im 19. Jahrhundert starteten von hier die Viehtriebe auf dem Great Western Cattle Trail. Unseren geplanten Stellplatz finden wir nicht denn er existiert nicht mehr, dafür stehen wir auf dem Pioneer Park und werden von dem Besitzer per Handschlag begrüßt. Bevor es ans Bezahlen geht drückt er uns das Event Blatt in die Hand. Morgen ist auf dem Platz Pancake Essen angesagt und wir werden hingehen. Die Hausfrau hat Urlaub. Leider ist das schöne Wetter vorbei und Nieselregen begleitet uns auf dem Weg in den Ort. Jetzt haben wir ihn auch, den naßkalten Wintertag. Am Besten man geht in eine Kneipe um sich von innen und außen aufzuwärmen. In einer Biker Kneipe gibt es das 1. Bier vor 12.00. Nichts Besonderes für die Einheimischen. 

 

Ich liebe alte amerikanische Filme. Der Film "Die Vögel" aus dem Jahr 1963 von Alfred Hitchcock mit Tippi Hedren und Rod Taylor gehört ohne Frage dazu. Die Vögel haben Texas erreicht und bringen uns um den wohlverdienten Schlaf. Ein Gezierpe und Geflatter am Himmel bis jeder seinen Platz gefunden hat. In kleinen Gruppen fliegen sie nach einander über meinen Kopf davon. Die größte Gefahr ist die , das sie etwas fallen lassen. Nur ein paar von ihnen scheinen noch zu müde zu sein und leisten mir in den frühen Morgenstunden weiterhin Gesellschaft.

Nachmittags trifft man sich zu einer Jam Session. Die Musiker wechseln, oder spielen zusammen. Am Abend spielt die Band Arkey Blue and the Blue Cowboys auf. Wir trinken dazu einheimisches Bier "Lone Star". Das Bier läßt sich gut trinken, aber danach laufen wir wie die Cowboys und Cowgirls ständig zur Toilette. Die Cowboys bringen ihren Whiskey mit und ordern außerdem noch Bier. Es wird getrunken was das Zeug hält und gequalmt. In Texas scheint einiges anders zu sein. In den Kneipen darf geraucht werden.

Die Zigaretten und auch der Diesel sind in Texas billiger als in manchen anderen Staaten der USA. Zigaretten unter 6 USD, Diesel zeitweise unter 2,58 USD.

Der Blick sagt alles, obwohl dies kein Folterinstrument ist. Im Frontier Times Museum der Stadt entdecken wir einiges bizarre Zeug und wir sind froh im 21. Jahrhundert zu leben, denn auch bei uns steht ein Friseur Besuch demnächst an. 

Im Museum erfahren wir einiges über die Western Geschichte und stellen fest das viele Rodeo Champion aus diesem Ort kommen.

An Mardi Gras und im Sommer finden zahlreiche Horse Ride Veranstaltungen statt und große Biker Treffs. Jetzt im Winter liegt der Ort etwas im Dornröschen Schlaf.

 

Wir dürfen das zweifelhafte Vergnügen eines Horse Rides erleben, das heute aus einem traurigen Anlass veranstaltet wird. Der Fonda Freeman Gedächtnis Ritt. Fonda Freeman verstarb kürzlich bei einer Planwagenfahrt mit ihrem Gespann. Ein Auto ist von hinten in den Planwagen gefahren. Die Schwester hat schwerverletzt überlebt. Ihr zu ehren findet der Ritt heute statt. Der Erlös des anschließende BBQ`s und die Spendenaktion kommen den Angehörigen zu Gute.

Im Vorfeld haben wir bereits viel über Los Alamos erfahren und jetzt wollen wir mit eigenen Augen sehen was es damit auf sich hat. Es geht nach San Antonio einer Stadt nicht weit von Austin entfernt. Direkt gegenüber der historischen Anlage finden wir einen Parkplatz. Das Fort hieß ursprünglich San Antonio de Valero und diente 70 Jahre lang spanischen Missionaren und amerikanischen Ureinwohnern, die zum Glauben übertraten, als Unterkunft. Die berühmte Schlacht von Alamo fand am 6. März 1836 nach einer zwölftägigen Belagerung statt. Danach ist Texas den vereinigten Staaten beigetreten und die US- amerikanische Armee nutzte das Fort bis 1877 als Versorgungslager. Die Missionskirche ist heute ein Denkmal und steht unter der Verwaltung des Texas General Land Office.

Bei Einer City Tour mit dem Bus lernen wir auch die Außenbezirke kennen. Früher haben sich viele Deutsche hier niedergelassen, das Viertel besteht aus Holzhäusern, die allerdings eine Renovierung nötig hätten.

Eine besondere Attraktion der Stadt ist der malerische Riverwalk. Die Uferpromenade mit ihren schattigen Plätzen, zahlreichen Restaurants, Bars, Hotels und Cafés erstreckt sich auf einer Länge von 24 Km. Man kann immer wieder den tiefer gelegenen Weg am River entlang verlassen, kommt unter anderem wie wir ins La Villita Viertel und fühlt sich ins 19. Jahrhundert versetzt.

Endlich kann sich Silvia Gehör verschaffen, obwohl, so ohne Zuhörer? Im Wachsfiguren Kabinett treffen wir bekannte Persönlichkeiten. Bei einigen müssen wir überlegen wen sie wohl darstellen sollen. Nicht immer sind die Figuren gut getroffen. 

Wir haben keine Berührungsängste und fühlen uns inmitten der Royals und anderen Berühmtheiten pudelwohl.

Who`s Who????!!!

Wie gut das es Outlet Center gibt. Für jeden von uns ist das Passende dabei. Silvia geht schoppen und ich kann in Ruhe arbeiten.

Wir sind auf dem Weg nach Austin der Hauptstadt von Texas. Wir sind beide überrascht, das noch so viel auf dem Weg nach New Orleans zu besichtigen gibt. Deshalb wird der Bericht über Texas gesplittet. Wer weiß was noch alles kommt.