Das südliche Louisiana, von Orange nach New Orleans

Mit Louisiana erreichen wir die Südstaaten Amerikas. 

Bei Orange verlassen wir das reiche Texas und kommen 

in eines der ärmeren Bundesstaaten des Landes.

Die Hauptstadt Baton Rouge liegt direkt am Mississippi 

und wird geprägt von Industrie. Die Häuser in Down Town

erinnern an Plattenbauten, alles ist grau in grau.

 

 

 

 

Der Name Louisiana geht auf den französischen König Ludwig XIV zurück. Ehemals unter spanischer Herrschaft und französischer Kolonialherrschaft, wurde Louisiana 1812 in die Union aufgenommen. Begriffe wie Acadiens, Cajuns  und Creols hören und lesen wir immer wieder. Als Creoles werden die Nachfahren der Bewohner der französischen Karibikkolonien aber auch frühe deutsche Immigranten, die sich an der German Coast entlang des Mississippis niederließen,  bezeichnet. Die Cajuns sind eine frankophone Bevölkerungsgruppe. Sie sind Nachfahren der im 18. Jahrhundert aus den Atlantikprovinzen Kanadas vertriebenen akadischen Franzosen. Der französische Einschlag ist heute noch unverkennbar.  

 

Das Capitol, ein nüchterner grauer Bau mit einem alles überragendem Turm wird momentan renoviert und wir passieren die Sicherheitskontrollen durch einen Nebeneingang. Mit dem Aufzug geht es in Windeseile in die 27. Etage hinauf. Uns liegen der Mississippi mit seinem braunem Wasser und die Stadt zu Füßen. Die Industrieanlagen verpesten die Luft und die Rauchwolken vermischen sich mit der Wolkendecke. Wie gesagt, alles ist grau in grau und wirkt trostlos.

Aus der Kolonialzeit stammen die alten Herrenhäuser der Plantagenbesitzer, die sich wie Perlen an der Kette am Mississippi aneinanderreihen. Die meisten sind heute zu besichtigen. Im Gegensatz zu den damaligen Bewohnern können wir den Fluß nicht mehr sehen, denn ein Deich verhindert die Sicht. Es mutet schon komisch an, hier die prunkvollen Bauten inmitten eines groß angelegten Parks und gleich daneben die einfachen Holzbaracken, häufig umgeben von Schmutz, der jetzigen armen Bevölkerung dicht nebeneinander zu sehen. Wir besichtigen 2 der sogenannte Plantationen, ehemalige Zuckerrohr Plantagen. Das Houmas House und das Oak Alley. Das Houmas House liegt in einem riesigen verspielten Garten, die Äste der Bäume erreichen den Boden. Das Haus selber ist nicht so prunkvoll wie das Oak Alley. Eine dringend notwendige Renovierung ist zur heutigen Zeit teuer, also wird der Putz auch weiterhin von der Decke fallen. 

Auf der Oak Alley Plantage erfahren wir viel über ihre 175 jährige Geschichte. Ausführliche Informationen sind in deutscher Sprache zu erhalten. In drei Jahren wurde die Villa erbaut, Kosten gleich null. Das Baumaterial waren Holz und Steine vom Mississippi. Als Arbeitskräfte hatte man ja die Sklaven, die außer einer schlechten Unterkunft und wenig Essen immer zur Verfügung standen. Sowohl von außen mit seiner Eichenallee als auch von innen ist die Villa ein Prachtstück. 

 

Im Gegensatz zu anderen Plantagen befanden sich hier die Unterkünfte der ehemaligen Sklaven in unmittelbarer Nähe zum Haupthaus. Bei einem Rundgang werden uns die damaligen Lebens und Arbeitsbedingungen ausführlich dargestellt. Nach dem Bürgerkrieg und der Endsklavisierung sind nur die Namen der hier arbeitenden Sklaven geblieben. Es ist nichts über ihr weitere Schicksal nach dem Verlassen der Plantage bekannt.

Es wird scharf.

Wer kennt es nicht, Tabasco. Eine scharfe Chilisauce, die seit 1868 von dem Unternehmer McIIhenny hergestellt wird. Von Louisiana aus, genauer gesagt von Avery Island, eroberte das Tabasco die ganze Welt. Zur Fabrik gehört ein großer angelegter Garten der ebenso besichtigt werden kann wie die zum Museum umfunktionierten alten Produktionshallen. Auf unserer Besichtigungstour durch die Gebäude steigt uns ein stechender Geruch in die Nase. Die Geschichte Tabascos und der gesamte Produktionsablauf werden detailliert geschildert. Natürlich können im Shop diverse Produkte erworben und gekostet werden. Ganz nebenbei erfahren wir das es in Louisiana auch Schwarzbären gibt. 

Das Atchafalaya Basin westlich des Mississippis unter dem Namen Atchafalaya Swamp bekannt, ist die größte Sumpflandschaft der USA. Der Atchafalaya River nimmt eine Sonderstellung innerhalb der Delta Ebene des Mississippi ein, weil er ein eigenes kleines wachsendes Delta aufbaut. Das Gebiet ist immer wieder von schweren Überschwemmungen betroffen und nur spärlich bewohnt. Deshalb ist die Interstate 10 in diesem Bereich auf einer 30 Km langen Brücke, einige Meter über dem Sumpf gebaut und die wenigen vorhandenen Straßen verlaufen auf Deichen. Eine Swamp Tour durch diese Sumpflandschaft, wo Krokodile, Schlangen, Schwarzbären und Schnappschildkröten beheimatet sind ist uns noch nicht geglückt. Die Offices sind nicht besetzt oder existieren nicht und eine telefonische Verbindung konnte nicht hergestellt werden. Wir konnten es wegen des regnerischen Wetters verschmerzen. Alleine eine Fahrt durch diese Region ist bereits ein Erlebnis.

New Orleans ist bei unserer Ankunft im Ausnahmezustand. Die Stadt des Jazz feiert Mardi Gras und ist außer Kontrolle. Seit dem 6. Januar finden Paraden im French Quarter an der Canal Street statt und anschließend wird auf der Bourbon Street weiter gefeiert. Doch bevor wir mitfeiern können müssen wir erst einmal die Innenstadt erreichen. Es gibt ein central gelegenes RV Resort. Auf dem Weg dahin sehen wir die Schattenseiten New Orleans. Unter der Brücke der Interstate 10 haben sich die Homeless niedergelassen und ihre kleine Zeltstadt aufgebaut. Die große Anzahl an Obdachlosen ist erschreckend. Nachdem wir den das bekannte St.Louis Cemetery No 1, wo die Toten wegen des hohen Grundwasserspiegels in überirdischen Häuschen beigesetzt werden, passiert haben erreichen wir gleich nebenan das RV Resort. Ohne Vorbuchung können wir nur 2 Nächte bleiben. Bei den Mardi Gras Preisen hätten wir tot umfallen können. Die Preise waren uns aber bekannt.

Jazz vom Feinsten in der Stadt des Jazz. Für Liebhaber der Musik ist New Orleans ein El Dorado. Musik Bars sind in Hülle und Fülle vorhanden und wer den Weg aus dem sehr touristischen French Quarter nicht scheut und bis hinter der Esplanade Ave kommt kann schon ab Mittag der Jazz Musik lauschen. Das Viertel um die Frenchmen Street ist ruhiger, hier wird gelebt ohne Touristenmassen.

Die Grenze zwischen French Quarter und Faubourg / Marigny haben wir sinnigerweise am Check Point Charlie erreicht.

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Wir sind nicht die besten Jazz / Blues Kenner aber Louis Armstrong, Mahalia Jackson und Fats Domino, die hier ihre Erfolge gefeiert haben sind auch uns bekannt. Im Jazz Museum lernen wir weitere Größen dieser Musikrichtungen kennen. Unter anderem ist hier Louis Armstrongs erste Trompete ausgestellt. Heute kann man auf der St. Peter Street in der Preservation Hall Jazz vom Feinsten hören. Es gibt kaum Sitzplätze und es wird kein Alkohol ausgeschenkt, trotzdem ist die Halle allabendlich zum Bersten voll.

Wir ziehen die Bars vor in denen wir auch Alkohol erhalten auch wenn das was wir dann bekommen nicht unbedingt unserem Geschmack entspricht. Ich habe uns passend zur Mardi Gras Zeit einen Voodoo Daiquiri bestellt. Grauenhaft. 

New Orleans ist eine unglaublich lebendige junge Stadt. Im French Quarter ist zwar viel touristisch angehaucht aber die engen Straßen mit den alten Häusern und den dazugehörigen Balkonen sehen einfach phantastisch aus. Wer nicht nur die Bourbon Street entlang flaniert, findet auch in diesem Viertel stille gemütliche Plätze. Verhungern und verdursten kann in New Orleans niemand. Es sei denn er kann sich auf Grund des reichlichen Angebotes nicht entscheiden was er essen oder trinken möchte.

 

Unsere Zeit in New Orleans ist noch nicht zu Ende. Wir werden noch bis zum 15. Februar bleiben. Uns, auch mich, hat das Karneval Fieber gepackt. Mardi Gras, die " Fette Henne" wird am Dienstag, unserem Faschingsdienstag ihren Höhepunkt erreichen. Bis dahin werden wir ausharren, feiern aber vor allen Dingen nur noch staunen. Was hier abgeht haben wir so noch nicht erlebt. Dazu wird noch ein Blog Artikel folgen.