Arizona & Nevada, Petrified Forest, Route 66, Las Vegas, Valley of Fire

Von Albuquerque, wo wir gegen Mittag aufbrechen, bis nach Grants sind es lediglich 78 Meilen. Vorher müssen die Vorräte aufgefüllt werden und nach fast einer Woche ist mal wieder eine Dusche fällig. Von unserem eigentlich vorgesehenen Campingplatz stehen nur noch die Überreste inmitten einer brachen trostlosen Landschaft. Deshalb stehen wir für eine Nacht bei KOA, dem einzigen Platz weit und breit. Am nächsten Morgen werden wir von Temperaturen knapp über den Gefrierpunkt überrascht und über Nacht hat sich überall Raureif gebildet. In der Nähe von Grants bietet sich ein Abstecher zum El Palais National Monument an. Wir nehmen den Hwy 53 und fahren durch die durch zerklüftete Lavaströme entstandene Landschaft bis zum El Morro State Monument. Wie aus dem Nichts taucht ein Felsmassiv in der ansonsten flachen Landschaft auf.  Es gibt einige Wanderwege, die rund um den Insciption Rock angelegt sind. Außer uns sind nur wenige Touristen unterwegs. Eine Schulgruppe unter Begleitung einer deutschstämmigen Lehrerin, die allerdings nur noch englisch spricht, begleitet uns. 

Über den Hwy 180 vom Süden kommend erreichen wir am späten Nachmittag den Petrified Forest Nationalpark. Der Nationalpark gehört zum südlichen Colorado Plateau und der Painted Desert. Der versteinerte Wald war einmal ein riesiges, von vielen Flüssen durchzogenes Überschwemmungsgebiet. Im Süden wuchsen am Rande der Zuflussgewässer hohe, tannenartige Bäume. Die Bäume, Farnpalmen und Nadelhölzer stürzten um und wurden von den angeschwollenen Flüssen in das Überschwemmungsgebiet abgetrieben, wo sie dann von Schlick, Schlamm und vulkanischer Asche bedeckt wurden. Dadurch wurde die Sauerstoffzufuhr abgeschnitten und der Fäulnisvorgang verlangsamt. Allmählich sickerte dann silikathaltiges Grundwasser in die Baumstämme hinein und ersetzte das ursprüngliche Holzgewebe mit Silikatablagerungen. Die Silikate erhärteten und die Baumstämme blieben als versteinertes Holz zurück. Das Ganze liegt ca. 225 Millionen Jahre zurück. Danach sank der ganze Landstrich ab, wurde überschwemmt und von Frischwasserablagerungen bedeckt. Später hob sich das Land wieder und zwar bis weit über den Meeresspiegel. Diese Aufrichtung verursachte eine geologische Spannung, die die Riesenstämme reißen ließ. Wind und Wasser sorgten dafür daß diese Stämme im Laufe der Zeit bloßgelegt wurden. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen.

Übernachten können wir vor dem Museum auf einem für Wohnmobile ausgewiesenen Platz. Dieser ist gratis allerdings wird mehr oder weniger erwartet daß der Gast im angrenzenden Shop eine Kleinigkeit erwirbt. Wir sehen die Endprodukte der aus den versteinerten Bäume geschaffenen Gegenstände wie Tischplatten und verschiedene Kunstgegenstände. Jedes Teil ist wegen der einmaligen Maserung und Farbstruktur ein Unikat. In aller Herrgottsfrühe sitze ich am nächsten Tag mit meiner Tasse Kaffee draußen und erlebe einen phantastischen Sonnenaufgang. Vor mir leuchtet der gesamte Himmel orange rot mit dazu  passenden Vordergrund, einem Tipi. Auf der 28 Meilen langen Petrified Forest Road durchfahren wir den 895 km2 großen Park von Süd nach Nord. Mehrere Trails innerhalb des Parks bringen uns zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Das Christal Forest mit seinen bis zu einem Meter dicken Stämmen und den schimmernden Quarz und Amethyst Kristallen läßt sich bequem durchstreifen. Wie hingeworfen liegen die versteinerten Bäume in der Landschaft. Die Blue Mesa ist ein etwa 5 km langer Loop der sich durch eine hügelige Landschaft windet. Wir wandern auf den Blue Mesa Trail hinunter ins Tal und sind umgeben von weißen bis bläulich grauen aus Tonschichten gebildeten Erhebungen. 

Auf dem Weg zum Newspaper Rock mit seinen Petroglyphen passieren wir die Tepees, die wegen ihrer Form an Tipis erinnern und nach ihnen benannt sind. An ihnen sind sehr gut die verschiedenen Gesteinsschichten der Blue Mesa zu erkennen. Wir kreuzen im weiteren Verlauf die Interstate 40, die durch den Park führt und finden den ersten Hinweis auf die legendäre Route 66, einen verrosteten Studebaker aus dem Jahre 1932. Wir sind fast am nördlichen Punkt des Parks angelangt und beenden die Fahrt am Painted Desert. Von verschiedenen Aussichtspunkten haben wir einen tollen Überblick über das trockene Brachland. Vor unseren Füßen liegt die von Erosionen gestaltete Landschaft und leuchtet in unterschiedlichen Rottönen. Am Painted Desert Inn picknicken wir bevor wir uns weiter Richtung Holbrook machen. 

Ca. 2500 Meilen, von Chicago bis Santa Monica / LA, ist die Old Route 66 heute nur noch  in Teilabschnitten zu fahren. 5 Interstate Hwy`s haben die Mother Road, die alte transkontinentalen Straße abgelöst. Von Albuquerque bis Topock fahren wir die meisten Abschnitte und gewinnen den Eindruck, daß die Mutter Pflegebedürftig geworden ist. Für unseren Geschmack ist die überall präsente Vermarktung störend und der Charme der "guten alten Zeit" geht dadurch verloren. Sieht man allerdings davon ab gibt es sie noch, etliche urige Relikte aus der Hochzeit der Mother Road. In Ash Fork entdecken wir eine alte Tankstelle mit parkenden Oldtimern und den Salon De Soto.  

Seligman nennt sich Geburtsstätte der historischen Route 66. Der kleine Ort wurde durch eine Reportage auch in Deutschland bekannt. Im Jahre 1978 als die Interstate 40 Seligman ins Abseits gedrängt hatte, setzte sich Angel Delgadillo für den Erhalt der Route 66 als State Historic Route ein und ist mitverantwortlich für die Wiederbelebung des Ortes. Er und sein Barber Shop besitzen heute Kultstatus. Mit seinen 90 Jahren sitzt er immer noch Vormittags hinter dem Stuhl und legt Hand an ausgesuchten Kunden. 

Von einem Tag auf den anderen lag Seligman im Abseits. Mit dem Bau der Interstate 40 fand kaum noch jemand den Weg in die kleineren Orte entlang der Route 66. Heute bevölkern Touristen und Nostalgiker die Ortschaften entlang der Mother Road und die Einwohner haben sich darauf eingestellt. Trotzdem wäre weniger Vermarktung mehr gewesen.

Kurz vor Seligman müssen wir die Route 66 vorübergehend verlassen da die Straße vor uns wegen Brand gesperrt ist. Direkt am Ortseingang steht ein altes Reklameschild des Stagecoach Motels. Im Ort treffen wir Joe und Sita, die bereits in den 90 er Jahren hier waren und über die jetzigen Begebenheiten enttäuscht sind. Im Lilos lassen wir es uns gut gehen und verbringen einen angenehmen feuchtfröhlichen Abend. Das Roadrunner ist u.a. ein Souvenierladen, Café, Restaurant und Treffpunkt der älteren einheimischen Bevölkerung. Die Damen sitzen beim Bingo gemütlich zusammen, Silvia probiert Kopftücher aus und die Verkäuferin hat ihren Spass. Wir sitzen mit Kaffe und einem Bier auf der Terrasse und blicken auf die Route 66 die mitten durch den Ort führt. Auf einem Spaziergang finden wir etliche interessante Überreste  der früheren 50 er Jahre. Oldtimer wohin wir schauen und James Dean, Marilyn Monroe und John Wayne als Pappfiguren lassen grüßen.

 

Hinter Seligman beginnt eine wunderschöne 116 Meilen lange Strecke bis Oatman. Wir hören Rock & Roll Musik und statten Hackberry und Ed`s Camp, was leider völlig verfallen ist, einen Besuch ab. Weiter winden wir uns den Sitgreaves Pass hinauf bis nach Kingman und gelangen im weiteren Verlauf in die alte Goldgräberstadt Oatman. Eine schmale Fahrspur, an den Straßenrändern keine Absicherung die uns daran hindern könnte wie viele andere in die Tiefe zu stürzen. Hier verstehen wir warum die Interstate gebaut wurde, denn die Route 66 war irgendwann dem zunehmenden Verkehr nicht mehr gewachsen. Die kurvenreiche alte Gebirgsstraße läßt jedes Bikerherz höher schlagen. Hinter einer Kurve  versperrt uns ein Esel den Weg. Die Wildesel gehören zur alten Goldgräberstadt Oatman wie die Souvenirläden und werden von zahlreichen Touristen gefüttert. Die Jungtiere sind mit einem Zettel auf der Stirn versehen, mit der Aufschrift Don`t Feet. Wir umgehen deren Bomben und verfolgen mit Belustigung wie ein Esel aus einem Geschäft vertrieben wird. Leider verpassen wir die rechtzeitige Weiterfahrt und stehen im Stau denn auf der einzigen Straße beginnt eine alltäglich stattfindende Schießerei nach Wild West Manier.

Über Topock und Needles fahren wir weiter nach Nevada. In Laughlin, der drittgrößten Casino Stadt Nevadas bekommen wir einen Vorgeschmack auf Las Vegas. Im Colorado Bell versuchen wir unser Glück und gehen mit einigen Dollars Gewinn nach Hause. Hinter Bullhead City geht es über den Hwy 68 und 93 hoch nach Chloride, einer ehemaligen Silberminen Stadt. Heute ist der Ort Heimat sogenannter "Künstler". Die Kunst die wir zu sehen bekommen liegt in den Vorgärten der schlichten Holzbaracken. Ich kann dem nichts abgewinnen. Für mich sieht alles wie gesammelter Unrat aus der Umgebung aus. Das Interessanteste ist noch das Visitor Center und ein alter Saloon. 

Kurz vor der Mike O`Callaghan - Pit Tillman Memorial Bridge, die über den Colorado River führt,  überqueren wir wieder die Grenze zu Nevada. Boulder und Hoover Dam kennen wir bereits und fahren direkt weiter nach Henderson wo wir zuerst einen Canon Shop suchen. Das Kamerainnere ist verstaubt und muß gereinigt werden. Auf den Bildern zeigen sich Flecken, ein Vorgang der nach gewisser Zeit auftreten kann. Leider werden im Laden nur Drucker für Großbetriebe verkauft. Wir erhalten aber eine weitere Adresse, die von B&C Cameras in Las Vegas. Wie sich herausstellt stammt der Besitzer aus Deutschland und er verspricht uns daß die Camera am Nachmittag fertig ist und nicht erst in drei Tagen wie der Angestellte uns mitteilte.

Sie haben ihr Ziel erreicht, danke Navi. Doch vom Circus Circus RV Park ist nichts zu sehen. Drei mal fahren wir um den Pudding und finden die Einfahrt nicht. Es ist zum Hunde melken. Laut Stefan und Yasmin wissen wir daß der Platz noch existiert. Wir geben die Suche nicht auf und finden versteckt im Hotelkomplex auf der Rückseite endlich die Einfahrt. Jetzt heißt es warten bis die Anmeldung geöffnet hat. Wir erhalten einen Platz obwohl wir nicht reserviert haben. Bis zum Nachmittag bleibt genug Zeit um uns die Stadt bei Tage anzusehen. Der kürzeste Weg führt durch das Circus Circus Casino. Sofort fallen mir die vielen "PC´s" linker Hand auf und ich denke sofort ans Internet. Die auf dem RV Platz ist schlecht. Meine Freude währt nicht lange denn ich kann mit den PC`s nur Wetten abschließen. Wir befinden uns in einem Wettbüro.  Tagsüber ist Las Vegas nicht so interessant. Nur überall Musikbeschallung ohne die leuchtenden Reklameschilder und Menschenmassen. Da passt es gut daß wir zurück müssen um zum Canon Shop zu fahren. Kosten der Reinigung 60 $. 

 

Das Circus Circus liegt zwischen Downtown Las Vegas und dem Strip. Den Strip erreichen wir gut zu Fuß, für Down Town nehmen wir morgen den Bus. Heute heißt es marschieren, auf uns wartet der Strip. Die Attraktionen der Stadt sind die Hotels mit den Casinos. Mit Einbruch der Dunkelheit leuchtet Las Vegas was das Zeug hält. Eine verrückte Stadt, schrill, laut und bunt. Wir können uns zuerst nicht entscheiden in welche Casinos wir gehen sollen. Das Venetian ist uns zu klein und billig, das Bellagio zu groß und das Cäsars Palast zu alt. Wir bleiben draußen und saugen in einer Bar sitzend die lebhafte und schrille Atmosphäre auf. Las Vegas erwacht erst bei Nacht. Bei Einbruch der Dunkelheit zwängen wir uns durch die Menschenmasse und versuchen schließlich unser Glück in einem der Casinos. Von innen sehen sie alle gleich aus. Wir fangen mit den Slot Machines an, zücken den ersten Dollarschein und verspielen ihn in Sekunden. Die Maschine taugt nichts und wir nehmen eine andere Maschine. Wieder kein Glück. Ist wohl das falsche Casino. Ab ins nächste Casino. Hier schauen wir einer Frau beim Spielen zu, die gerade auf einer Gewinnstraße ist. Geteilte Freude ist doppelte Freude. Das Spiel verstehen wir aber nicht und lassen die Hände davon. Das Würfelspiel ist und bleibt für uns ein Buch mit sieben Siegeln. Black Jack und Roulette kommen für uns nicht in Frage. Also wieder zur Slot Maschine. Silvia hämmert mit allen Fingern auf die Knöpfe während ich das ein Finger System bevorzuge. Vom Gewinn könnten wir uns ein Bier kaufen, das gibt es allerdings in den Casinos gratis. Die Zeiten ändern sich auch was das Spielen betrifft. An vielen Tischen wird gegen einen Computer mit einer immer lächelnden Dame gespielt. Kein Wunder, die gewinnt ja auch immer. Weit nach Mitternacht machen wir uns mit einer Unterbrechung bei "Davidoff of Geneva, Cigar and Bar auf den Heimweg. 

Mit dem Bus ins alte Las Vegas und der Fremont Street. Das Viertel ist in die Jahre gekommen und ursprünglicher aber genau so laut, schrill und bunt wie der Strip. Am Abend geht hier die Post ab. Straßen Artisten und solche die sich dafür halten sorgen für Abwechslung oder Kopfschütteln. Vieles ist interessant, einiges nur abstoßend. Brauchen wir nackelige Männer mit Wabbelbauch und Pampers oder eine Elvis Imitation im Strampelanzug? Nein. Die Frauen laufen auch nicht besser herum. Man zeigt was man hat oder nicht hat. 

Über uns leuchtet die Lichtershow mit immer wechselnden Farbspiel und Motiven. Die Neon Figur Vegas Vic und das Golden Nugget erinnern an das Las Vegas früherer Zeiten. 

Der dritte und letzte Tag in Las Vegas. Es ist so weit. Silvia und ich gehen getrennte Wege. Sie geht shoppen, ist nichts für mich, und ich sitze bei Davidoff, vor mir ein Mojito, noch keine Zigarre, und bearbeite die Page. Der Mojito ist ausgesprochen lecker aber mittags um 13.00 Uhr? Ich weiß nicht, aber was soll's. Ist Happy Hour von 12.00 bis 14.00 Uhr. Wenn Silvia das wüßte. Den Weg zum Auto kenne ich ja muß nur noch alleine dahin kommen. Im Moment zieht es mich nicht dahin. Ich sitze unbequem im tiefen Sessel und lausche während des Schreibens dem Gesang von Frank Sinatra und Dean Martin. Erwischt. Silvia kommt vom Shoppen zurück und sieht mich. Zusammen trinken wir einen letzten Mojito, ich sehe nach den Mitbringseln und gemeinsam geht es zurück zum Wohnmobil. Das Schlimme an Las Vegas ist daß man schnell versacken kann. Wir kommen nur bis zum MGM. Silvia möchte mir unbedingt das Venetian zeigen. Dieser moderne, zur gehobenen Klasse zählende Hotelkomplex hat es ihr angetan. Wir schlendern durch eine nicht enden wollende Shopping Mall und stehen unvermittelt an einem Kanal mit dazu gehörigen Gondeln. Über uns leuchtet ein Sternenhimmel und der nachgebaute Marktplatz mit zahlreichen Restaurants. Ich vermisse allerdings Fenster und bekomme mit der Zeit Platzangst. Wohin rennen wenn es brennt?. Wo sind die nächsten Notausgänge?Seit dem wir mit dem Wohnmobil verreisen habe ich eine Aversion gegen Hotels und fühle mich dort nicht wohl. Da wir noch nichts gewonnen haben und auch nicht gewinnen werden können wir uns die hier angebotenen Markenartikel eh nicht leisten. Ich will schnell hier raus und frische Luft schnappen um dann mein Glück zu probieren. Wir geben nicht auf. Silvia erwischt wieder die falsche Maschine und schwups ist der Dollar weg. Ich spiele genügsamer und setze nur den Minimaleinsatz. Damit kann ich zwar so gut wie nichts gewinnen aber lange spielen. Darauf kommt es mir an. Mal gewinnen wir etwas mal verlieren wir etwas. Dazwischen wird uns Bier gereicht und die Serviererin erhält 1 $ Trinkgeld. 

Am Abreisetag stellen wir fest daß an der RV Anmeldung das falsche Datum eingetragen wurde. Auch die Abrechnung stimmt nicht. Eine Übernachtung wurde uns geschenkt. Also haben wir doch einen Gewinn gemacht.

 

80 Kilometer nordöstlich von Las Vegas befindet sich der älteste State Park Nevadas, das Valley of Fire. Der Name leitet sich von den roten Sandsteinformationen ab die sich vor mehr als 150 Mio Jahren aus großen Wanderdünen gebildet haben. Sobald wir die Interstate 15 verlassen und auf den Valley of Fire Hwy fahren wird die Landschaft immer bizarrer und wilder. Hinter jeder Kurve und Erhebung erwarten wir auftauchende Dinosaurier. Im Camp erwischen wir den vorletzten Platz und sind von roten Felswänden umgeben. Hier leuchtet kein Reklameschild sondern die Natur und abends mein Kopf. Ich habe aus Las Vegas  eine Erklärung mit Fieber usw mitgebracht, merke es allerdings erst am Abend. 

Innerhalb des State Parks gibt es die White Domes Road, eine 5,5 Meilen lange Stichstraße. Von hier haben wir viele Möglichkeiten für kleinere Wanderungen. Wir beginnen am Ende der Road auf dem White Domes Loop und gehen auf sandigen Boden hinunter in eine Schlucht. Es wird steiler und steiniger. Die Felsen um uns herum leuchten je nach Sonneneinwirkung rot und golden. Das Gestein ist bröselig und klingt hohl wenn wir daran klopfen. An tiefsten Punkt geht es weiter durch einen schmalen Canyon. Der anschließende Aufstieg ist moderater. Nach einer Stunde ist der Loop geschafft. Danach machen wir uns auf den 2 Km langen Weg zur Fire Wave. Das Highlight des Parks ist eine Gesteinsformation die an die "The Wave" in Arizona erinnert. Allerdings wesentlich kleiner aber dafür benötigen wir kein Permit. Der Untergrund ist steinig und uneben. Es ist schon erstaunlich welche Naturschönheiten in der ansonsten so trostlosen und eintönigen Landschaft plötzlich auftauchen. Ein absolutes Muß für den der Las Vegas bereist. 

Leider ist nach diesen beiden Wanderungen für mich vorerst Schluß. Eigentlich wollten wir noch mal zur Wave wandern aber etwas Fieber, Schnupfen Husten und dicker Kopf hindern mich an weiteren Aktivitäten. Während ich flach liege beschäftigt sich Silvia mit meinem Rad und flickt noch mal die Reifen. Sie hat noch einige Löcher gefunden. Wieder machen wir die Bekanntschaft von Deutschen die jährlich für einige Monate USA bereisen und ihr Wohnmobil zwischenzeitlich unterstellen. So sparen sie die Verschiffungskosten. Von ihnen erhalten wir noch neue Reiselektüre für Silvia, die sich weigert ein Kindl in die Hand zu nehmen. 

Für uns geht es am nächsten Tag weiter nach Westen in einen anderen Bundesstaat. Über das Death Valley zur Californischen Westküste. Uns bleiben für USA noch ca. 4 Wochen, dann müssen wir das Land verlassen.