Klondike

Auf dem Klondike Highway von Whitehorse nach Dawson City.

Mit Klondike verbindet man den Goldrausch des letzten Jahrhunderts, beschwerliche Wege auf schlammigen Pfaden durch die Wildnis des Yukon. Die meisten überquerten im Winter den berüchtigten Chilkoot Pass. Entweder mit Pferdegespann oder Schlittenhunden ging es bis Whitehorse.

Danach mit den Raddampfer auf dem Yukon River weiter. Kolonnen von Abenteurern die ihr Glück beim Goldschürfen zu finden hofften. Ziel war für viele das Eldorado Dawson City.

 

Whitehorse die größte Stadt Yukons, am gleichnamigen Fluß gelegen, ist heute immer noch eine zentrale Anlaufstelle für weitere Fahrten in den Norden Kanadas oder nach Alaska. 

Die Stadt zählt heute 27000 Einwohner. Vom Flair vergangener Zeiten ist wenig übriggebliebene. Vereinzelt finden wir noch alte historische Gebäude. 

Ein Wanderweg führt am Yukon River entlang. Wir kreuzen mehrmals die Schienen der nicht mehr in Betrieb befindlichen Eisenbahn. In den Sommermonaten fährt hier die Waterfront Trolly an den Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei.

Das Kwanlin Den Culturale Centre, 2012 erbaut, gibt einen Einblick in die Kultur und Geschichte der First Nations aus dieser Gegend.

Jetzt nicht mehr in Betrieb, sondern zum Museum umfunktioniert, der alte Heckraddampfer, die SS Klondike. Der größte Dampfer, der auf dem Yukon zum Einsatz kam.

Erbaut wurde er 1929, auf Grund gelaufen 1936. Unter Einbeziehung der Originalbauten und der Maschinen wurde der Dampfer wieder aufgebaut und lief 1937  erneut vom Stapel.

Bis 1955 wurde dieser letzte Yukon River Heckraddampfer als Passagier und Frachtschiff eingesetzt.

 

 

 

270 t Frachtgut konnten befördert werden bei einem Tiefgang von nur 1 Meter.

Keine Angst, das Holz wird nicht kleingehackt sondern kommt so wie es ist in den Ofen.

 

Die Reisedauer von Whitehorse nach Dawson betrug 1,5 Tage mit 1 Pause zum Holz aufladen.

Umgekehrt betrug die Dauer 4-5 Tage mit 5-7 Pausen zum Holz bunkern.

 

Für 75 Passagiere, 1.und 2. Klasse, war auf dem Dampfer Platz. Eine Fahrkarte kostete zur damaligen Zeit 25$, bezw. 35$. Das entsprach einem Monatsgehalt eines Arbeiters. Die Passagiere der 1. Klasse speisten vornehm zusammen mit den Offizieren.

Das Essen soll ausgezeichnet gewesen sein.

 

1966 wurde die SS Klondike an ihren gegenwärtigen Liegeplatz befördert und auf den Zustand von 1937- 1940 restauriert.

 

 

 

Gutes Essen in stimmungsvoller Atmosphäre konnten wir im Klondike Rips and Salmon Restaurant. Wer hinein möchte bestellt besser einen Tisch oder wartet 30-45 Minuten um Einlass zu finden. Das Warten hat sich gelohnt. Es gab Elch für mich und Salmon für Silvia.

Die Strecke auf dem Klondike Highway nach Dawson ist ohne große Höhepunkte. Der Straßenzustand verschlechtert sich zunehmendst. Rote Fahnen geben Hinweis auf größere Schäden. Man sollte sich aber nicht so sehr darauf verlassen denn nicht immer sind Hinweise aufgestellt.

 

Die Stromschnellen bei den Five Fingers stellten damals eine Herausforderung dar. Viele Abenteurer verloren auf ihren Weg nach Dawson hier ihr Leben.

 

Der Sommer bringt eine Plage mit sich. Milliarden von Mückenschwärmen an den Gewässern. Wer aussteigen muß oder will wird bestraft.

Zur Zeit des Gold Booms lebten in Dawson 30000 Menschen. Allerdings dauerte der Boom nur wenige Jahre. Danach sank die Einwohnerzahl auf 500. Viele haben ihre Häuser verlassen bezahlten aber weiterhin Steuern um bei einem neuen Goldfund wieder dabei zu sein.

Ein erneuter Aufschwung kam mit dem Bau des Highways. Heute bevölkern Touristen den Ort. Wer will kann sich im Gold waschen üben, oder im "Diamond Tooth Gerties" sein Geld verspielen. Genau wie früher. Damals kam Gold zum Einsatz, heute werden harte Dollars verlangt.

Die Bezeichnung Diamond Tooth Gertie geht auf die Tänzerin Gertie Lovejoy zurück, die zwischen ihren Schneidezähnen einen Diamanten eingeklemmt hatte. Als eine der wenigen Frauen in der Stadt kam sie während des Goldrausches als Königen der Ballsäle zu Wohlstand.

 

Bei einem Bummel durch die Stadt gehen wir auch heute noch auf Holzbohlen. Die Straßen sind nicht geteert sondern immer noch aus festgefahrener Erde und etwas Schotter. Wir können uns gut vorstellen wie es nach Regen aussieht. Dann verwandeln sie sich in wahre Schlammstrassen. Zur Zeit ist es trocken und wir bekommen die andere Seite zu spüren. Es ist staubig und der Wind oder die vorbeifahrenden Autos hüllen uns mit einer Staubwolke ein. Ich glaube Pferde wären für uns besser.


Am Abend ist es ein Muß in den Sündenpfuhl der Stadt zu gehen. Eintritt 12 $ cash. Kreditkarten werden nicht genommen. Danach ab an den Spieltisch oder zu den Spielautomaten. An der Bar kann man dann den Gewinn wieder ausgeben. Die Bardamen und Barkeeper sind im Stile der 20 Jahre gekleidet. Wer möchte kann sich die 3 Shows  mit Tanz und Gesang ansehen.

 

 

 

Eine lange Nacht geht zu Ende. Es ist 3 Uhr und es will einfach noch nicht dunkel werden. 

 

 

 

In Dawson haben wir endlich Stefan und Yasmin wieder getroffen. Der gestrige Abend mit den beiden hat bei uns allen kleine Spuren hinterlassen.

Mit ihrem Zebra machen sie sich heute weiter auf den Weg nach Alaska.

Wir wollen morgen unser Glück versuchen, vielleicht bekommen wir ja eine längere Einreisebewilligung für USA.