Alaska Highway

Wir fahren nicht den kompletten Alaska Highway, sondern  vorerst nur bis Whitehorse. Die amerikanischen Einreisebestimmungen machen uns leider einen Strich durch die Rechnung.

Mit dem Bau des Highways wurde 1942 begonnen. Die in Dawson Creek, Whitehorse und Delta Junction gleichzeitig gestarteten Bautrupps trafen sich nach nur 6 monatiger Bauzeit im September am deshalb so benannten Contact Creek.

Der Alaska Highway ist ca. 2230 Km lang und feiert dieses Jahr seinen 75 Jahrestag.

Unsere Fahrt auf den Highway beginnt in Fort Nelson. Einem ehemaligen Pelzhandelsposten der North West Company.

Anfangs noch ohne spektakuläre Ausblicke, aber das sollte sich schnell ändern. Im weiteren Verlauf gewinnt der Highway immer mehr an Faszination. Bei Pink Mountain sehen wir vor uns zum ersten Mal die Rocky Mountains. Schnurgerade Straßenabschnitte wechseln mit kurvenreichen Passagen im ständigen auf und ab.

Die Fahrt geht an endlosen Wäldern vorbei, doch immer wieder sehen wir Abschnitte wo ein Waldbrand gewütet hat. An beiden Seiten der Strasse wurden Sichtschneisen  gelegt. Ein Vorteil für uns Autofahrer und das Wild. Die Sicht auf evtl. Tiere ist gut. Weit vor uns überquert ein Elch die regennasser Strasse.

In windiger Höhe (1295m) am Summit Lake Pass finden wir eine Übernachtungsmöglichkeit. Wir stehen, Gott sei Dank, mal wieder alleine in der Natur. Vom Auto aus sehen wir die schneebedeckten Gipfel der Rockies und den noch zugefrorenen See. Eine Kurzwanderung zum Summit können wir leider nicht starten, da der Weg noch nicht zugänglich ist. 

 

 

Der Stellplatz am Summit Pass, Stone Mountain, ist wie für uns gemacht.

Abends kommt der Park Operator um zu kassieren. Er erklärt uns, das zur Zeit, auf Grund des starken Winters,noch wenig Tiere zu sehen sind. Vor einem Jahr war der See eisfrei bei Temperaturen von 25 Grad. Am  Abend lassen wir bei einem Glas Rotwein den Tag Revue passieren, lassen unsere Gedanken schweifen und Genießen.

 

 

 

Heute sehen wir linker Hand immer wieder die Rockies. Ein Stopp folgt dem Anderen. Wir erreichen den Muncho Lake, dessen jadegrüne Farbe von den Kupferoxiden herrührt. Das Eis bricht langsam in der Sonne, wir hören es knacken und sehen es schmelzen. 

 

 

 

Wir passieren im weiteren Verlauf Geröllfelder und sehen die ersten Dall Schafe.

Die Schafe stoßen ihr Gehörn nicht ab, es wächst von Jahr zu Jahr. An Hand der Ringe läßt sich das Alter bestimmen.

Bei genauer Betrachtung sieht man die riesigen braunen wunderschönen Augen der Tiere.

Am Alaska Highway sind auch Bisons beheimatet. Die Hinterlassenschaften sehen wir seit etlichen Kilometern. Diese Waldbisons sind dunkler, zotteliger und haben einen Buckel im Gegensatz zu den Präriebisons. 

 

 

 

Wir hatten die Hoffnung schon aufgegeben, aber dann sehen wir sie doch. Sie sehen nicht gerade gesund und munter aus, die Bullen fressen nur ohne den Kopf zu heben.

 

 

Ein Tag ohne Bär geht nicht. Auch heute können wir uns wieder an den Anblick erfreuen.

 

 

Der Liard River Hotsprings PP eignet sich für eine kurze Abwechslung von der Fahrerei. Wir gehen auf Holzbohlen durch den sumpfigen Wald bis zu den Thermalquellen. Bei 40 Grad Wassertemperatur kann wer will baden, muß aber den Schwefelgeruch erdulden.

Hier sehen wir einen Elch, zwar noch klein und jung, aber immerhin.

 

 

 

 

Nicht weit von den Pools erreichen wir die Contact Creek Bridge, die Stelle, wo die Bautrupps des Highways zusammenkamen. 

 

 

 

 

Auf dem gesamten Alaska Highway befinden sich in regelmäßigen Abschnitten sogenannte Service Stationen. Tankstelle, Motel, Camp und natürlich Restaurant. 

Hier holen wir heute am 710 Mile Punkt das ausgefallene Frühstück nach. Die Einrichtung rustikal doch sehr gemütlich, die Betreiber ebenso rustikal aber herzlich. 

Das Essen sensationell.

 

 

Auto, Motorrad, Fahrrad, Fußgänger, Tiere, alles ist auf dem Highway zu sehen. 

Wer nicht mehr kann, legt sich einfach auf die Strasse.

 

 

 

 

 

 

 

Hätte der Wanderer rechtzeitig eine Pause an einer Service Station eingelegt, müßte er jetzt nicht entkräftet am Straßenrand liegen.

Im weiteren Verlauf wird die Strecke etwas eintönig. Die Rockies sind nicht zu sehen, Teilabschnitte der Strecke bestehen jetzt aus Schotter. Es rumpelt und rumpelt. Dazu kommt Regen. Nach ca. 1350 Km erreichen wir Whitehorse und werden einige Tage ausspannen.