Alcan Port / Beaver Creek / Grenze Alaska / Kanada

Diese Etappe führt uns wieder ein wenig durch Kanada und im weiteren Verlauf erneut nach Alaska / Haines und Skagway. Von dort über den Klondike Hwy zurück zum Yukon bis Whitehorse. 

Wir verlassen Alaska am 19. Juni und passieren den Grenzübergang Alcan Port/Beaver Creek. 

Die Abfertigung geht schnell und ist unproblematisch. Außer daß die Beamtin wissen will was wir mitführen interessiert sie sich nur noch für die Verschiffung und die Kosten.

Beaver Creek ist eine kleine Ortschaft mit mehreren Campingplätzen, Tankstelle, Info und einigen Geschäften. Jetzt im Sommer ist die Natur um uns herum erblüht. Überall bunte Blumen. Bäume und Sträucher haben ein dichtes Blätterkleid hinter dem sich alle Tiere vor uns verstecken können. Die Straßen sind von  lilafarbenen Blumen gesäumt. 

Für einige Tage befinden wir uns wieder in Kanada. Auf dem Alaska Highway begeben wir uns Richtung Kluane NP. Zusammen mit dem Wrangell St. Elias NP in Alaska zählt er zum World Heritage Site der UENESCO. Kaum in Kanada laufen uns die Tiere im wahrsten Sinne des Wortes über den Weg. Nach einigen Meilen machen wir einen Elch am Wasser ausfindig. Unser Stop hat zur Folge, daß hinter uns weitere Schaulustige halten. Wir gehen hinunter zum See und beobachten ihn in sicherer Entfernung beim Fressen. So ein Bulle ist ziemlich imposant und könnte für Menschen gefährlich werden. Durch Elche kommen übrigens mehr Menschen zu Schaden als durch Bären.

 

Fast wären wir am Pine Valley Motel und Café vorbeigefahren. Zu unserer Überraschung haben sie auch Brot im Sortiment. Es sieht gut aus und ist eine willkommene Abwechslung zum üblichen Toastbrot. Daß wir auch mit Kuchen aus dem Laden gehen ist doch selbstverständlich. Zu unserer Verwunderung sehen wir auf einer Nebenstraße im Gebüsch einen schlafenden Autofahrer. Na wenn der mal nicht gestört wird. Für uns ist es noch zu früh um nach einer Übernachtungsmöglich Ausschau zu halten. In Burwash Landing soll angeblich die größte Goldwaschpfanne stehen. Der Ort zählt keine 100 Einwohner und eh wir uns versehen fahren wir raus. Wir sind anscheinend wieder alleine unterwegs. Kaum Autos die uns entgegen kommen oder hinter uns sind. Den nächsten Abzweig nehmen wir, passieren eine geöffnete Schranke und stehen in einer Kiesgrube. Ideal zum Übernachten. Da keine Baufahrzeuge hier sind bleiben wir in der Hoffnung, daß uns morgen bei der Abfahrt nicht jemand eingesperrt hat. Wir haben einen tollen Blick auf die Gipfel der Elias Mountains. Mt Walsh, Steelers Wood und Luciana. 

Wir haben das große Glück eine Bärin zu sehen. Zu unserer Freude macht sie es uns sehr einfach. Mit zwei Jungen im Schlepptau überquert die Grizzlymutter in aller Seelenruhe die Straße, wohlwissend daß alle Autos und Motorradfahrer den Weg frei machen und anhalten.

Der Grizzly in Kanada ist kleiner als sein Artgenosse in Alaska. Während in Alaska die Bären auch bevorzugt Fleisch essen und wie wir beobachten konnten jagen, ernährt sich der Bär in Kanada fast ausschließlich von Beeren und Gräsern. Na ja, darauf verlassen werden wir uns nicht unbedingt. Diese Bärenmutter ist so was von entspannt im Gegensatz zu uns. Wir überlegen schon unsere Baseballschläger zu holen als der Motorradfahrer direkt vor den Tieren anhält. Aber sie schaut nur kurz hoch um dann weiter zu grasen. Die Jungen tollen im Gras, spielen mit Plastik oder starren die Blumen wie hypnotisiert an. Wir könnten der Bärenfamilie stundenlang zusehen zumal sie keine Anstalten machen sich ins Gebüsch zu verziehen. Bei dem gedeckten Tisch den sie hier vorfinden ist das zu verstehen. Was soll es, wir müssen irgendwann weiter zumal die Autoschlange hinter uns immer länger wird.

Am Visitor Center im Kluane NP bekommen wir Informationen über den Park und erfahren, daß wir uns für ausgedehnte Wanderungen registrieren müssen. Es gibt etliche Mehrtagestouren in dem überwiegend unerschlossenem Gelände und viele Kurzwanderungen die alle am Highway beginnen. Wir beschließen nur kleinere Wanderungen in Spazierganglänge zu unternehmen. Mit dem Fernglas beobachten wir Dallschafe, die sich im Sommer in die höher gelegene Bergregion verziehen.

Mit 400 Km2 ist der Kluane Lake der größte See im Yukon Territory. Umgeben von schroffen Felsen und den Bergen der Kluane Range. Momentan hat er nur wenig Wasser.  Auf unserer Wanderung zum Rock Glacier haben wir einen guten Überblick auf den Dezadeash Lake. Zuerst führt der Weg über Holzbohlen durch Sumpf, danach überqueren wir ein großes Geröllfeld. Der Gletscher ist so weit zurückgegangen, daß wir, um ihn annähernd zu erreichen, eine Mehrtagestour unternehmen müßten. Ist nicht geplant. Die Abbildungen an der Tafel sind wohl mehrere Jahre alt und stimmen überhaupt nicht mehr. Zurück am Parkplatz erwartet uns eine Radlergruppe die ein Begrüßungsständchen gibt. Die Ladies kommen aus USA und machen eine begleitete Radtour. Wer nicht mehr kann wird im Auto transportiert. Jetzt im Sommer begegnen uns auf den Hwy`s nicht nur immer mehr Wohnmobile sondern auch ständig Radfahrer.

In Haines Junction ist tanken und einkaufen angesagt. Wie immer tankt Silvia, ich stehe mit der Kreditkarte im Laden. Ich höre mit einem Ohr das Gespräch zwischen der Kassiererin und einer Kundin mit. " Da draußen sind bestimmt wieder Deutsche. Die putzen immer die Autoscheiben. Dabei werden die sowieso sofort wieder schmutzig. So ein Quatsch". Ich schaue nach draußen und tatsächlich steht Silvia auf dem Reifen und wienert die Windschutzscheibe. Ich kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Denn es stimmt, nach wenigen Minuten kleben die toten Fliegen bereits wieder davor und die Arbeit war umsonst. Die aus Teilen einer alten, halbrunden Armee Wellblech gebaute Kapelle "Our Lady Of The Way" ist leider verschlossen und nur von außen zu besichtigen. Die neueste Attraktion ist das Ureinwohner Kulturzentrum "Da Ku", übersetzt altes Haus, das 2013 fertig gestellt wurde.  Haines zählt etwas 800 Einwohner, ist also eine größere Siedlung nach hiesigen Maßstäben. Der Ort wurde erst 1942 als Straßenbaulager und Versorgungsstation der US Armee gegründet. Heute ist der Ort multikulturell. Neben den First Nations haben sich auch viele Deutsche hier niedergelassen. In Haines Junktion trifft der Haines Hwy auf den Alaska Hwy, der weiter nach Whitehorse führt. Wir nehmen den Haines Hwy der uns über den Chilkoot Pass nach Haines bringt. 

Die abwechslungsreiche Fahrt durch den Kluane NP führt an mehreren Seen vorbei. Im Hintergrund die Berge der Elias Mountains. Besonders reizvoll ist der Abschnitt zwischen Burwash Landing und Haines Junktion. Noch in Kanada spielt momentan das Wetter verrückt. Es regnet, schlechte Sicht, dann wieder Sonne. Bei dem Mischmasch macht das Wandern keinen Spass.  Am Kathleen Lake stellen wir mit erheblicher Verspätung fest, daß wir uns in einer anderen Zeitzone befinden. Unsere Uhren stehen noch auf Alaska Time statt auf Pacific Time. Es geht am nächsten Tag noch einmal zurück nach Haines Junktion denn wir wollen uns den angekündigten Volkslauf ansehen. Der Ort ist heute am Sonntag allerdings wie leergefegt. Fast wie in der Ghost Town Silver City. Vom Volkslauf keine Spur. Dafür haben sie eine wunderschöne Bakery mit herrlichem Kuchen und gutem Internet. Wenn wir schon mal hier sind...

 

Wir sind immer noch im Kluane NP, auf dem One Million Dollar Falls Camp. Direkt am Camp befindet sich der gleichnamige Wasserfall mit einer schönen überschaubaren Wanderung. Der Weg ist durch einen Holzzaun gesichert. Gegen einen kleinen Obulus können wir uns aus dem Holzvorrat auf dem Platz so viel Brennholz nehmen wie wir wollen. Mittlerweile wissen wir welches Holz sich am Besten eignet. Wir nehmen Stücke die sich gut hacken lassen und solche die nicht bearbeitet werden aber dafür lange und ausdauernd brennen. Das Holz hacken klappt immer besser besonders wenn ein Holzklotz vorhanden ist. Bei einem zünftigen Lagerfeuer und kanadischem Whisky beschließen wir den Tag.

Regel Nummer 6: Das Feuer muß vollständig abbrennen. 

Wir sitzen nicht nur dumm am Lagerfeuer rum und starren in die lodernden Flammen. Nein, ein gutes Feuer bedeutet Arbeit. Ständig wird das brennende Holz verschoben und neu aufeinander gestapelt. Mal stochern wir mit einem Stock darin herum, mal legen wir Kleinzeug, sprich Zweige darauf damit die dickeren Scheite gut abbrennen. Wir haben den Dreh raus. Jede von uns will sich damit beschäftigen. Man könnte fast den Eindruck haben wir wären nicht ausgelastet. Wir warten nicht bis die Glut ganz erlischt sonst kämen wir nicht zum Schlafen. Entweder löschen wir mit Wasser oder bedecken die Glut mit Sand und sehen später nach ob alles ok ist.

Morgen reisen wir nach Alaska ein, dann dürfen wir die Uhren noch mal verstellen.

Nach dem Million Dollar Falls Camp der sich noch im Yukon befindet fahren wir ein kurzes Stück durch British Columbia über die baumlose Hochebene des Chilkoot Passes und sehen nichts außer Nebel, Schneeregen und Hagel. Nur schemenhaft erkennen wir daß wir von Bergen umgeben sind. Das beschriebene grandiose Panorama bleibt uns leider verborgen. Der Hwy folgt dem Verlauf des alten Dalton Trail, der zur Zeit der Goldgräber eine Alternative nach Dawson bot. Mit der Fertigstellung der Eisenbahnlinie zwischen Skagway und Whitehorse verlor er seine Bedeutung. Nach 80 Meilen erreichen wir den Grenzübergang Pleasant Camp/Dalton Cache. Auch hier freundliche Beamte an der Grenze. Keine Kontrollen. Sie gehen nur mit einem Schmunzeln um das Wohnmobil herum und wünschen gute Weiterfahrt. Kurz vor Haines verläuft der Hwy direkt am Chilkoot River. Regelmäßig ab August wenn die Lachse kommen gibt es am Chilkoot River Delta ein gefundenes Fressen für Weißkopfseeadler und Bären. Das letzte Stück bis Haines fahren wir durch Mischwälder. Es wird idyllischer und ist nicht mehr so spektakulär. Trotzdem entdecken wir einige außergewöhnliche Fotomotive.

 

Haines mit seinen ca. 1200 Einwohnern ist mit der Fähre von Skagway,  einem Kreuzfahrtschiff über die Inside Passage oder über den Haines Hwy zu erreichen. Sorry, eine weitere Möglichkeit, man mietet sich ein Kleinflugzeug. Der Ort selber hat nicht all zu viel zu bieten. Es gibt kaum historische Gebäude. Eine Ausnahme ist das 1904 erbaute Fort Seward ein ehemaliger Armeeposten der USA in Alaska. Heute Hotel und Campground. Das verschlafene Nest liegt auf einer Landzunge die weit in den Lynn Canal hineinragt. Das Beste an der Stadt ist die tolle Lage zwischen den schnee und gletscherbedeckten Bergen. Direkt am malerischen Hafen befindet sich eine Billiard Bar der wir gerne einen Besuch abstatten. Gegenüber vom Camp ist eine Waschanlage wo wir den Dicken reinigen können. Wenn denn die Bürsten nicht so verdreckt wären. Wir verschmieren mehr den Schmutz als daß der Dicke sauber wird. An nächsten Tag wandern wir zum Mount Riley. Der Trail beginnt an der Mud Bay Road und führt immer steil nach oben durch einen Mischwald. Wir wandern Stunde um Stunde ohne außer den Bäumen etwas zu sehen. Baumstämme liegen quer über dem Weg. Immer wenn wir denken bald das Ende erreicht zu haben kommen die nächsten Berghänge. Es fängt an zu regnen und ich habe keine Lust mehr. Nach 5 Stunden kommen wir zurück zum Auto. Gipfelstürmer sind wir nicht, denn wir haben ihn nicht erreicht. 

Regel Nummer 7: nicht folgenden Spruch beherzigen.

"Camping ist der Zustand, indem der Mensch seine eigene Verwahrlosung als Erholung empfindet".

Der letzte Friseur Termin liegt 4 Monate zurück. Unsere Matten lassen sich kaum noch bändigen. Auf dem Weg in die Stadt liegt ein alter Hair Shop und wir gehen auf gut Glück hinein. Wir bekommen zuerst einen Schrecken. Wenn die Haare so geschnitten werden wie der Laden aussieht sollten wir uns die Sache noch einmal überlegen. Alternativen gibt es aber nicht. Nun denn, wir machen einen Termin aus. Ich lasse Silvia gerne den Vortritt. Beim Wandern ist sie ja auch immer die Erste. Das Ergebnis kann sich zu unserer Freude durchaus sehen lassen wie wir finden. Glück gehabt. Wir gehen später noch einmal zurück und fragen ob wir den Shop fotografieren dürfen, zur Erinnerung. Was wir allerdings erst viel später erfahren ist, daß man in USA um sich Hairdresser zu nennen, keine Ausbildung benötigt.

 

Nach 4 Tagen Haines geht es nach einer letzten Fahrt auf der Mud Bay Rd mit der Fähre nach Skagway. Die Nächste geht in 2 Stunden und wir bekommen ohne Verbuchung einen Platz. Die Wartezeit verkürzen wir indem wir uns mit den anderen Reisenden unterhalten. Immer wieder beantworten wir die gleichen Fragen nach Verschiffung, Dauer unserer Reise und wie es uns gefällt. Ausnahmslos sind sie vom Design des Dicken begeistert. Eine Angestellte der Reederei fragt nach der Bedeutung unseres Spruches am Heck. "Which means hetzt uns nikt". Wir zeigen auf das Nummernschild und sagen "Don`t hurry" Allgemeines Gelächter und Daumen hoch.

Die Überfahrt dauert keine Stunde. Auf dem Schiff ist es vorbei mit der Ruhe denn eine deutsche Urlaubsgruppe sorgt für Unruhe und verhält sich unangemessen laut. Wir distanzieren uns und halten entsprechenden Abstand. Bei der Einfahrt in den Hafen sehen wir lediglich drei Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegen, nichts von der Stadt. Wir kommen in der überfüllten Stadt an und sind erst mal geschockt. Menschenmassen. Vergebens suchen wir den Campingplatz und landen ständig in einer Sackgasse. Na gut, nehmen wir den anderen. Wir stehen zentrumsnah aber nicht schön. Ein 10 minütiger Fußmarsch und wir befinden uns mitten im Getümmel. Die Juweliergeschäfte, Bars, Kneipen, Souvenirläden sind überfüllt. Die Bürgersteige voll. So ein Rummel haben wir nicht erwartet. Es wird erst ruhiger als die Masse zurück auf den Schiffen ist. Die Lage der Stadt ist traumhaft. Wir stehen auf der Hauptstraße, dem Broadway, und blicken zwischen den Häuserreihen auf die Berge. Am Hafenbereich steht die Lok für die White Pass Eisenbahntour. Daneben eine weitere Lok die als Schneeräumer dient. Ein Trio spielt Country Musik. 

Die Stadt Skagway gehört zusammen mit Dyea und den Bereichen des White - und Chilkoot Passes zum Klondike Gold Rush National Historik Park und steht unter Denkmalschutz. Während das ehemalige Goldgräberstädtchen Dyea bereits nach 4 Jahren zur Ghost Town verkam, erhielt Skagway dank des neu erbauten Klondike Hwy`s und der Anbindung zur Inside Passage neuen Aufschwung. Der ehemalige Bahnhof der White Pass & Yukon Route ist heute das Visitor / Informations Center. 

Abends herrscht zwar keine Ruhe im Ort aber wir ergattern einen Platz auf einer Restaurantterrasse. Irgendwie riecht das Essen komisch und schmeckt auch nicht besonders. Mir wird flau im Magen. Das Öl ist ranzig und wir hoffen es stammt nicht aus der Goldgräberzeit.

Etwas 4 Km nördlich von Skagway biegt die Dyea Rd ab. Am Logout haben wir nur einen eingeschränkten Blick auf die Stadt. Die Fahrt geht weiter auf einer Schotterstraße an der Nahku Bay entlang. Wir passieren einen einfachen Campplatz im Wald bis wir zu der Stelle gelangen wo der legendäre Chilkoot Trail trail Head beginnt. Eine mehrtägige anspruchsvolle Tour für die ein Permit benötigt wird. Von Dyea ist außer moosbewachsenen Holzbrettern und Pfählen nichts mehr zu sehen. An der letzten Parkmöglichkeit am Ende der Straße liegen zwei private Musher`s Camps. Wir statten einem einen Besuch ab merken aber daß wir als nicht Zahlende auch nicht gerne gesehen sind. Im ständigen Wechsel kommen Kleinbusse mit Touristen an oder sie fahren mit ihnen wieder zurück. Für uns geht es auf dem Klondike Hwy steil bergauf weiter zum White Pass Summit. Hier auf 873 Meter Höhe stehen links in der Parkbucht zahlreiche Fahrräder. Die Biker lassen sich mit dem Bus hoch bringen um dann die steile kurvenreiche Strecke nach Skagway hinunter zu radeln. An dieser Stelle kreuzt der Chilkoot Trail. Ein älterer Radfahrer quält sich den Hwy hoch, den wir jetzt bequem im Wohnmobil Richtung Kanada runter fahren. Rechter Hand erkennen wir die White Pass Eisenbahnroute die am Fraser Border zu Ende ist. Von dort geht es mit der Bahn zurück. Nicht für uns. Wir wollen wieder nach Kanada einreisen. Mittlerweile sind wir bei den Formalitäten sehr entspannt. Der kanadische Beamte, der einige Brocken deutsch spricht, verwickelt uns in ein Gespräch. Als er mit unseren Pässen zurück kommt stellen wir fest, daß er uns wieder 6 Monate bewilligt hat. Theoretisch könnten wir bis November in Kanada bleiben. 

Wieder in Kanada, in BC und damit haben wir Pacific Time/Yukon Time. In Kanada fühlen wir uns, warum auch immer, sehr wohl. Fast wie zu Hause. Etliche Seen mit den dazugehörigen Bergen im Hintergrund und Wälder säumen den Weg. Übernachtet wird am Tutshi Lake, genauer gesagt an der Bootsrampe. Wir stehen alleine im Nichts. Der nächste Tag das gleiche Bild. Wir passieren mehrere kleine Seen und sehen kurz nach dem Abzweig Tagish Rd auf der rechten Seite die Sanddünen von Carcross Desert. Welch ein Kontrast. Wir behalten unsere Schuhe an und wandern die Dünen hoch und runter. In der Ferne die schneebedeckten Berge. Damit nicht genug. Der an Höhepunkten reich gespickte Hwy zwingt uns laufend anzuhalten. Der Emerald Lake mit seinem phantastischen türkisgrünem Wasser läßt uns staunen. Wir krabbeln einen Steilhang hoch und haben einen super Überblick über den farbenprächtigen See. Es ist Mittag als wir eine Recreation Site ansteuern. Ich backe Kuchen während Silvia die Wassertemperatur testet. Hinter einem Gebüsch sitzt eine Altersheimgruppe mit Betreuern die kanadische Country Musik abspielt. Dazu wird gesungen. Wir fragen nach dem Sänger und erhalten die Info, daß es der aus Whitehorse bekannte Sänger Hank Karr ist. Die Musik gefällt uns, den Sänger kennen wir nicht aber einige Lieder.

Bis Whitehorse sind es nur noch 24 Kilometer. Wir stehen bei Walmart. Wir müssen einkaufen. Die Stadt ist nicht wieder zu erkennen. Lebhaft und überfüllt. Kein Vergleich zum Mai. Neben Lebensmitteln halten wir Ausschau nach einer CD von Hank Karr und werden fündig. Am Wochenende feiert Kanada seinen 150. Jahrestag, dann ist hier der Bär los. Wir sind dann wieder auf Achse uns suchen unsere eigenen Bären.