Von Prince George zurück in die Badlands

Die Fahrt durch BC und Alberta wird für uns eine Irrfahrt.

Von Prince George geht es in südliche Richtung auf dem Cariboo Hwy 97 bis kurz vor Quesnsel. Wir überqueren den Fraser River der uns bereits zu Beginn der Reise mehrmals begegnet ist. Wir wollen weiter in das ca. 80 Km  entfernte Barkerville, einer alten historischen und gut erhaltenen Goldgräberstadt. Bereits im Jahre 1862 fand ein gewisser Billy Barker Gold. Zur Zeit des Goldrausches lebten hier 5000 Menschen darunter auch etliche Chinesen. Danach wurde der Ort wie so viele zur Geisterstadt. Erst im Jahre 1958 fing man mit seiner Restaurierung an. Heute besuchen Touristen die historische Stätte und können sich ein sehr gutes Bild über das Leben und Arbeiten der früheren Bewohner machen. Alles wirkt authentisch. Wir fühlen uns in ein anderes Zeitalter versetzt. Barkerville ist ein einziges Museum wo die Angestellten wie in der damaligen Zeit gekleidet sind. In der Schmiede beschlägt ein Schmied die Pferde, eine Postkutsche fährt vorbei und im Shop können wir Süßigkeiten und andere Kleinigkeiten erwerben. Im Saloon gibt es allerdings nur alkoholfreie Getränke. Es ist heiß und staubig und wir könnten ein kühles Bier gebrauchen. Silvia bestellt sich ein  Rootbeer, ein alkoholfreies kohlensäurehaltiges Getränk und ist alles andere als begeistert. Nach 3 Stunden sind wir geschafft, wollen nur noch im Schatten sitzen und relaxen.

Seitdem wir in BC sind ist uns Petrus hold. Die Temperaturen liegen bei +-30 Grad. Noch haben wir gegen die Hitze nichts einzuwenden. Das einzig Störende sind neuerdings die Mücken. Eine Mücke kommt selten allein und ohne Mückenschutz gehen wir nicht mehr nach draußen. Wir finden einen Platz am toll gelegenen Browron Lake, der uns für die staubige schlechte Schotterstraße entschädigt. Leider fehlt die Dusche, deren Reparatur auf dem etwas veralteten Platz bis auf unbestimmte Zeit verschoben ist. Wir bleiben einige Tage hier und erholen uns von der Fahrerei der letzten Tage. Die Sonne scheint, das Wasser ist spiegelglatt und wir leihen uns zwei Kajaks. Laut Verleiher können wir innerhalb von 1,5 Stunden zum anderen Ufer paddeln und wenn wir Glück haben im Marschland Bären und Elche sehen. Nach der angegebenen Zeit sind wir nicht am anderen Ufer sondern mitten auf dem See im Schlechtwettergebiet. Wind kommt auf, die Wellen werden größer und am Himmel ziehen dunkle Wolken auf. Die GoPro auf dem Kopf vergesse ich total. Dafür habe ich das Paddel fest im Griff.  Meine Annahme der Rückenwind würde uns schnell zum Camp zurücktragen erweist sich als Irrtum. Mit Macht drückt er uns quer zu den Wellen, dabei wollen wir sie mit der Bootsspitze durchpflügen. Es ist nur der linke Armeinsatz gefragt. Ich blicke zurück, kann Silvia nicht entdecken und hoffe nur, daß ich die Strecke nicht noch einmal zurück muß. Das Boot tanzt mit mir auf den Wellen. Ich rufe und bekomme Gott sei Dank Antwort. Völlig geschafft, mit weichen Knien, erreichen wir das sichere Ufer wo unsere Nachbarn bequem im Liegestuhl hocken und die Daumen hoch halten. Den Kampf mit den Elementen haben wir gewonnen. Der Kampf mit den Mücken ist noch nicht beendet. Zur Zeit steht es 28:2 für uns, aber wir wissen nicht über wieviele Runden er geht.

Wir befinden uns im Herzen BC`s und wollen endlich in die Nationalparks Jasper und Banff, die Hauptattraktionen in British Columbia und Alberta. In Quesnel geht es auf den Cariboo Hwy nach Norden. Den südlichen Teil Richtung Cache Creek, Kamloops, Kelowna und Okanaga Valley kennen wir teilweise und wollen uns diese Gebiete zum Ende der Reise noch einmal genauer ansehen. Wieder in Watson Lake geht es geradewegs auf dem Yellowhead zum Mt. Robson, dem höchsten Berg Albertas. Wir hören Lieder von Hank Karr, die wir mittlerweile mitsingen können. Das Radioprogramm interessiert uns weniger weil fast nur geredet wird. Über uns fliegt in geringer Höhe ein Kleinflugzeug dem wir wenig Bedeutung beimessen. Das Wetter ist eigenartig denn die Landschaft liegt in einem schleierhaften Dunst. Kein Nebel, keine Wolken am Himmel. So ein Wetter haben wir noch nicht kennen gelernt. Am Eingangsschild zum Mt Robson Park sehen wir den Berg wie durch eine Milchglasscheibe. Am Lasalle Lake, auf einer Recreation Site, ist heute Schluß. Wir schicken uns an ein Feuer zu machen hören aber vom Nachbarn daß dies momentan hier verboten ist. Na gut dann eben nicht. Die Aufklärung folgt am nächsten Tag durch ein Freisinger Ehepaar. In BC und Alberta brennt es. Einige Straßen sind gesperrt und es müssen Menschen evakuiert werden. Nach Cache Creek hätten wir nicht fahren können. Der undefinierbare Nebel ist der Smog der Waldbrände. Der kleine Flieger entpuppte sich als ein Löschflugzeug.

Auf der Strecke liegen die Rearguard Wasserfälle. Im Herbst kommen die Lachse und müssen hier den letzten steilen Anstieg auf dem Weg zur Lachslaiche bewältigen. Vom Pacific bis zur Geburtsstätte am Fraser River legen sie 1200 Km zurück.

Mit unserem Discovery Pass können wir direkt am Parkgate weiter fahren und erhalten einige Informationsbroschüren. Was wir vorher nur gesehen haben riechen wir in Jasper auch. Die Luft ist rauchgeschwängert. Das Atmen ist unangenehm und wir haben ständig das Gefühl unsere Köpfe in den Rauch eines Lagerfeuers zu halten. Wir erfahren daß die Brände nicht unter Kontrolle sind und sich weitere Brandherde auftun. Kein Ende in Sicht. Wir haben jetzt zwei Gründe die Wanderung zum Kinney Lake nicht zu unternehmen. Das Wetter und Silvias Fuß. An den Wasserfällen hat sie sich beim Ausstieg aus dem Wohnmobil den Knöchel angeschlagen und kann nicht richtig auftreten. Die größeren Campgrounds sind wegen der Saison alle belegt, deshalb weichen wir auf den etwas weiteren und einfachen Snaring Provincial Park aus. Die tolle Lage entschädigt uns, wir hätten es nicht besser treffen können. Alle die nach uns kommen müssen auf den Overflow Platz in der Nähe. Den letzten haben wir hier ergattert. Die Zwangspause nutzen wir um zu putzen, Kuchen zu backen und zu faulenzen. Silvias Gehversuche bessern sich in den nächsten zwei Tagen und einer Weiterfahrt steht nichts im Wege. Doch wohin fahren wir? Eigentlich wollten wir durch die Rockies nach Banff aber dort soll es noch schlimmer sein. Warum nicht nach Edmonton, der Hauptstadt Albertas? Ok, dann also Plan B. Zuerst aber Wäsche waschen. In Jasper benutzen wir dazu erstmals einen Waschsalon. Während die Maschinen laufen trinken wir Kaffee und ich versuche an der Homepage zu arbeiten. Geduld, Geduld. Mit zwei schweren, großen geschulterten Wäschesäcken voll mit sauberer Wäsche marschieren wir quer durch die Stadt zum Wohnmobil zurück. Dafür ist die Geldbörse um einiges leichter. Aber Silvia scheint immer noch zu viel Dollars zu haben. Sie hat alle Infohefte, kleinere Souvenirs, Karten und so weiter gesammelt und fein säuberlich verpackt. Die will sie jetzt nach Deutschland verschicken. Ich frage mehrmals ob sie das wirklich will und kann sie nicht umstimmen. Mit dem schweren Paket stehen wir in der Post in der Schlange, wickeln die Formalitäten ab und werden gefragt ob Express oder normal. Zum Glück reicht ihr normal. Paket nach Deutschland macht 51 $. 

Über Hinton geht es auf einer eintöniger werdenden Strecke nach Edmonton. Von den Bergen der Rockies entfenen wir uns und es wird flacher. Die Gegend ist von Wiesen und Feldern geprägt nur vereinzelt einige Wälder. Geplant ist ein Treffen mit Stefan und Yasmin die in der Stadt Bekannte besuchen. Außerdem benötigt das Zebra für die Weiterfahrt eine Generalüberholung. Sie werden demnächst nach USA einreisen. Das Treffen sagen wir kurzfristig ab denn in der Stadt ist es unerträglich heiß. Wir müßten auf dem Walmart Platz in der prallen Sonne stehen. Einer Besichtigung der klimatisierten WEM, einer großen Mail mit einem Vergnügungspark im Haus steht nichts im Wege. Danach wollen wir nur noch in die Natur und ab in den Schatten.

Vor zwei Tagen war Gewitter angesagt das nicht kam. Für heute gibt es eine Tornado Warnung. Der Himmel verdunkelt sich und wir können gerade noch alles in Sicherheit bringen bevor der Sturm losgeht. Der Platz ist wie leergefegt, alle haben sich ins Wageninnere verzogen. Das Auto wird durchgerüttelt, aus der Ferne hören wir es grummeln, es fällt allerdings kein Regen. 45 Km nördlich von Edmonton stehen wir im Elkpark in der Nähe eines Sees. Etwa ein Viertel der Parkfläche besteht aus Seen und Teichen. Wir befinden uns in einer naturbelassenen Hügellandschaft inmitten der sogenannten Beaver Hills, die die Umgebung um etwa 30-60 Meter überragen. Nach einer Paddeltour ist uns nicht der Sinn, wir nehmen lieber unsere Räder und erkunden die Gegend. Im Park sind Bisons beheimatet. Auf dem Moose Trail geht es über Stock und Stein. Ein dicker Ast versperrt den Weg, wir müssen absteigen und werden sofort von Mücken attackiert. Über einen rutschigen halb im Schlamm liegenden Holtsteg geht es weiter. Was wir auf der Tour ins Gelände erst als Kuhmist halten entpuppt sich als Bison Mist. So ein Mist auch. Immer wenn wir von den Rädern absteigen sind wir den Mücken schutzlos ausgesetzt. Dabei juckt es eh schon am ganzen Körper. Wir verlassen so schnell es geht den Holperweg und radeln zum Auto zurück und essen den heute morgen gebackenen Bananen Walnußkuchen. Frisch eingesprüht wagen wir einen Spaziergang am See entlang. 

Zurück in Jasper bekommen wir nur noch auf dem Overflow einen Platz. Im Grunde stehen wir so wie auf dem Snaring nur daß es keine Parzellen gibt. Jeder stellt sich so hin wie er möchte. Wir hören von einer Deutschen, die seit Jahren Kanada bereist, daß sich im Gegensatz zu früher einiges geändert hat. Die Beschaulichkeit der früheren Jahre ist vorbei, Massentourismus wohin man schaut, selbst auf den Wanderungen. Auf Grund der 150 Jahrfeier, wo keine Parkgebühren entfallen, ist es in diesem Jahr besonders schlimm. 

Es regnet leider in der falschen Gegend. Da wo die Waldbrände wüten ist es trocken, hier in Jasper und in den gesamten Rockies regnet es. Da wir am Fraser Border einen neuen Einreisestempel erhalten haben müßten wir erst im November ausreisen. Uns bleibt genügend Zeit die Rockies zu verlassen um später einen weiteren Besuch bei besseren Bedingungen zu wagen. Wir machen uns auf dem Icefields Parkway auf den Weg Richtung Banff. Der 230 Km lange THC wird als die schönste Gebirgsstrecke Kanadas bezeichnet. Noch immer ist die Sicht auf die Berge eingeschränkt. Dazu kommt der Regen. Am Columbia Icefield stehen wir auf dem Parkplatz und blicken auf den Athabasca Glacier. Auf der anderen Straßenseite befindet sich das riesige Info Center, Anlaufstelle für alle, die eine Tour mit dem Ice Explorer auf den Gletscher unternehmen wollen. Umweltbewusstes Verhalten sieht anders aus. Angeblich trifft man sich im Leben zweimal. Wir schauen etwas perplex als plötzlich Stefanie und Andreas vor uns stehen. Von Chicken in Alaska sind sie die Strecke hierhin geradelt. Die Schuhe mit Klebeband versehen damit sie halten, naß und durchgefroren aber voller Enthusiasmus und Tatendrang. Sie werden noch eine Weile weiter radeln und suchen sich dann ein ruhigeres Plätzchen während wir auf dem Parkplatz übernachten. Offiziell gibt es auf der anderen Seite eine ausgewiesene Stellmöglichkeit aber die gefällt uns nicht so gut. Die Heizung wird  angestellt denn es ist es lausig kalt und sehr windig. Bei Sonnenaufgang bin ich am nächsten Morgen draußen und stehe mutterseelen allein vor der imposanten Kulisse des Athabasca Glacier, Mt Kitchener und Andromeda Snow Dome Athabasca. Blauer Himmel, klare Sicht und absolute Stille. So trink ich meinen ersten Kaffee am liebsten. Wir wandern dem Gletscher etwas entgegen und je näher wir kommen um so weniger sehen wir. Der eisige Wind bläst uns ins Gesicht. Durchgefroren treten wir den Heimweg an und verlassen das Icefield fluchtartig als die ersten Reisebusse ankommen. Ein Asiat kommt selten allein. 

Im Banff NP angekommen geht es am Saskatchewan Crossing auf den David Thompson Hwy. An der einzigen Tankstelle zwischen Jasper und Lake Louise müssen wir tanken und wollen einkaufen. Beim Tanken achten wir nicht auf den Preis und lassen volltanken. Wir halten die Summe für ein Versehen aber ein Blick auf den Preis für ein Liter belehrt uns eines Besseren. Lagen die üblichen Preise sonst bei unter 1,00$ zahlen wir 1,49 $. Hier kaufen wir nicht ein, sondern fahren weiter. Die Strecke führt überwiegend am North Saskatchewan River entlang. Bei den Kootenay Plains Ecological Reserve legen wir eine Wanderung ein. Über eine Hängebrücke geht es über den Fluß und weitere 4 Km  dem Flusscanyon entlang bis zum nur 15 m hohen Siffleur Falls. Wir befinden uns in den Rocky Mountains Foothills. Direkt am Abraham Lake, einem künstlich angelegten Stausee gibt es den Preachers Point Platz. Eigentlich nur eine riesige Wiese auf der wir kostenlos stehen dürfen. Im Westen sehen wir die vom Smog eingehüllten Rockies. Gen Osten ist der Himmel klar.

Östlich der Rockies sind die Straßen wieder wie mit dem Lineal gezogen. Bei Rocky Mountain House verlassen wir den David Thompson Hwy, überqueren den North Saskatchewan River, füllen hier unsere Vorräte endlich auf und ich erwerbe eine Angellizenz, die allerdings nur in Alberta gültig ist. Irrtümlich nehme ich an, daß diese auch in BC gilt. Pech gehabt. Die Lizenz ohne Angelrute macht keinen Sinn, deshalb muß ich die auch besorgen. Aber welche nehme ich? Das Angebot ist riesig und ohne fachkräftige Unterstützung eines Angestellten würde ich immer noch ratlos im Laden stehen. Für den Anfang reicht eine kleine und preisgünstige. Mit der Lizenz erhalte ich ein sogenanntes Fishing Heft, daß ich mir allerdings erst später ansehe. Am Sylvan Lake, in Jarvis Bay verhindert eine meterhohe Böschung und Zaum die ersten Angelversuche. Auf den Grill kommt dafür Steak. Über Red Deer, quer durch das fruchtbare Ackerland Albertas geht die Fahrt an endlosen gelben Rapsfeldern und grünen Wiesen vorbei. Dort wo im April lediglich abgeerntete Stoppelfelder und vertrocknete Graslandschaften zu sehen waren ist die Getreide und Heuernte im vollen Gange. 

Wir begeben uns in eine tiefere Ebene, die gelben Rapsfelder verschwinden und vor uns tauchen Sand und Kalksteinformationen auf. Wir befinden uns im Knedell Country. Hinter der Stahlbrücke, die über den Red Deer River führt ist ein Abzweig zur Starland Recreation Site. Der ideale Platz, direkt am Fluß gelegen, um die Angelrute zu testen. Eigentlich ist mir die Lust schon beim Lesen des Fishinheftes vergangen. Für jedes stehende Gewässer, jeden Fluß und kleinen Bach gibt es Vorschriften die beachtet werden müssen. Wann dürfen welche Fische, in welcher Größe und Menge gefischt werden. Welche Köder sind erlaubt usw und so fort. Mir reicht ein einziger Fisch, den Silvia dann töten muß, denn ich kann es mit Sicherheit nicht.  Ich verbinde das Angeln mit Erholung und einem gehörigen Schuß Romantik. Abends am Lagerfeuer zusehen wie der vorher selbst gefangenen Fisch gart und ihn dann genüßlich zu verspeisen. Eben Lagerfeuer Romantik. Doch vor der Romantik wird gearbeitet. Meine Angelversuche enden kläglich. Ständig habe ich Schnursalat, den Silvia geduldig entwirrt, oder auch nicht, indem sie kurzerhand die Schnur abschneidet. Fressen Schlangen eigentlich Fisch? Wenn ja, wartet einige Meter weiter eine Schlange umsonst auf eine leckere Mahlzeit. Auf Fisch wollen wir trotzdem nicht verzichten. Wir haben noch Thunfisch aus der Dose.

In East Coulee, kurz vor Drumheller, gibt es eine Ansammlung von einigen Hoodoos, die allerdings im Gegensatz zu denen im Dinosaurierpark eher bescheiden aussehen. Der einsetzende Nieselregen macht die Wanderung um die Formationen zu einer einzigen Rutschpartie. Im Ort Drumheller sind im Royal Tyrrell Museum of Palaentology 40 vollständige Dinosaurierfossilien, unter anderem auch der Tyrannosaurus rex, einer der größten fleischfressenden Dinosaurier zu bestaunen. Unter der größten Skulptur eines Dinosauriers wird alles erschreckend klein und unscheinbar. 

Der Nieselregen hat nur wenig Abkühlung gebracht. Mittlerweile liegt die Temperatur wieder bei gewohnten 30 °. Wir steuern den Dinosaurierpark an, der jetzt in der Hochsaison ein völlig anderes Bild liefert. Er ist rappelvoll. An der Anmeldung der Parkverwaltung stehen wir in der Schlange. Dann die Frage ob wir reserviert haben. Momentan können wir für 2 Tage nur auf dem Overflow Platz ohne Strom, dafür in der prallen Sonne  stehen. Eine Reservierung für weitere Tage kann nicht vorgenommen werden, das geht nur über die Zentrale per Internet. Wir sollen es übermorgen in der Früh versuchen. Die Landschaft, aber auch der Platz haben für uns von seiner Faszination nichts verloren und wir fühlen uns wie zu Hause. Heute heißt es, nur nicht bewegen. Bei der Gluthitze lümmeln wir lieber bei einem kühlen Bier unter der Markise und dösen vor uns hin. Unsere Nachbarn, eine Gruppe junger Kanadier kommt gegen Abend von einer Bootstour auf dem Red Deer River zurück und vorbei ist es mit der Ruhe. Aber nicht unangenehm. Wir staunen wie schnell sie das Feuer entfachen, das darf man hier, und innerhalb kurzen Zeit brutzeln die Steaks. Bei der Hitze begnügen wir uns mit Stockbrot Essen, dazu Tipps und Wein.

Wir decken uns mit Feuerholz ein, das wir auf unseren Rädern quer über den Platz bis zum transportieren. Eigentlich ist es paradox bei dem Wetter zusätzlich ein Feuer zu machen. 

Nach 2 Tagen wechseln wir auf einen Platz unter Bäumen und haben Strom und Internet. Den Weg zu den Sanitäranlagen können wir jetzt zu Fuß gehen, während wir auf dem Overflow die Räder genommen haben. Das Restaurant an der Anmeldung ist Treffpunkt für alle Tagestouristen und Camper. Außerdem können hier die Touren in die Badlands gebucht werden. Wir werden Morgen eine Sundowner  Tour in den nicht frei zugänglichen Teil unternehmen. Treffpunkt ist das etwa 200 Meter entfernt Visitor Center. Mit dem Bus geht es hinein in eine andere Welt. Hinter jeder Kurve könnten wir Dinosaurier vermuten. In diesem Gebiet, wo auch heute noch  Ausgrabungen vorgenommen werden, scheint der alles überragende "Old Man" über den Park zu wachen. Mit Einbruch der Dunkelheit wird es kühler und es geht nach 2,5 Stunden zurück zum Visitor Center. Die Tage im Dinosaurierpark verbringen wir mit Rad fahren, wandern und faulenzen. Wir überstehen nicht nur die brütende Hitze sondern auch einen orkanartigen Sturm der in der Nacht über uns dahinbraust. Das Wohnmobil wird durchgerüttelt und über uns knarren die Äste. An Schlaf ist nicht zu denken. Am nächsten Morgen sehen wir die Bescherung. Einige Bäume haben dem Sturm nicht stand gehalten, aber zum Glück wurden keine Autos beschädigt. Hier der Sturm und in BC und östlich der Rockies in Alberta weiter die Brände. Nur das Feuer in Williams Lake konnte gelöscht werden. Insgesamt bleiben wir 6 Tage im Dinosaurier Park, der zu unseren absolut schönsten Plätzen zählt. 

Manchmal werden wir gezwungen unsere Pläne über den Haufen zu werfen. Die unübersehbaren Plakate der Stampede von Medizine Hat inspirieren uns 

Wir erweitern unsere Tour durch Alberta und besuchen im Anschluß die Stampede in Medizin Hat.