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Deutschland / Bayern / Garmisch Partenkirchen

Ein herzliches Grüß Gott alle miteinander aus Bayern.

Allen Unkenrufen zum Trotz und entgegen der Wetter App:

es scheint die Sonne. Wir sitzen am Eibsee zu Füßen der Zugspitze

und nicht nur das.

Rosenmontag, dem Karneval entflohen. Faschingsdienstag, wir vertreiben in Grainau den Winter und die bösen Geister. Doch von Anfang an.

Es ist immer das Gleiche. Den besten Blick auf Berge und Gletscher hat man aus der Ferne. Wir sind noch vor Memmingen wo wir eine Zwischenübernachtung einlegen. Vor uns erleuchtet in der Abendsonne die gesamte Kulisse der Alpen. Leider dürfen wir auf der Autobahn nicht einfach so stehen bleiben und diesen Anblick auf einem Foto festhalten.

In Grainau stehen wir auf einem Stellplatz und können von der anderen Straßenseite aus die Spitze des höchsten Berges Deutschlands, die Zugspitze, erkennen. 

Wie überall in den Urlaubsregionen ist auch hier die obligatorische Kurtaxe zu entrichten. Dazu gesellt sich dann noch die sogenannte Umweltgebühr. Alles zusammen eine recht hübsche Summe zuzüglich zur eigentlichen Stellplatzgebühr. Wir wollen aber nicht jammern. Dafür dürfen wir mit der Kurkarte Bus fahren soviel wir wollen. Schnell haben wir unseren Lieblingsbusfahrer ausgemacht, den wir am Faschingsdienstag etwas trösten müssen. Morgens geht es, am Fasching Dienstag, mit ihm zum Eibsee und zur Talstation der Zugspitzbahn. Freundlicherweise rät uns die Dame am Kassenhäuschen heute nicht zur Spitze hoch zu fahren weil die Wetteraussicht für morgen wesentlich besser sein soll. Wir glauben ihr. Ein Blick auf die Webcam zeigt nur dunkle Wolken und Nebelbänke. 

Alternativ werden wir wandern. Einmal um den Eibsee herum. Eine leichte Wanderung von 7,1 Km, Dauer 1,45 Std ohne nennenswerte Steigerungen. Mit anderen Worten ich kann es wagen. Entgegen dem Uhrzeiger geht es direkt an der Busstation los. Durch Wald und auf breit angelegten Wegen. Eine Wanderung über die es nicht viel zu berichten gibt. Der See ist noch zugefroren. Unterwegs sind einige schöne Aussichtspunkte mit Blick auf die Zugspitze. Einige schattige Passagen mit vereistem Gehweg verlangt von uns volle Konzentration, besonders wenn es rauf und runter geht. Aber wenn Frauen in Lackschühchen den Weg gehen dann schaffen wir es auch.

Mit unserem Busfahrer geht es zurück nach Grainau, wo heute ein Faschingsumzug stattfindet. Die "Fosenacht", wie hier im Werdenfelser Land die Fastnacht genannt wird, hat eine Jahrhunderte alte Tradition. 

Der Ursprung des Maschkaragehens ist ein uralter heidnischer Brauch um die bösen Geister und den Winter zu vertreiben. Es geht vor allem darum nicht erkannt zu werden. Dazu wird die Körperform zusätzlich mit Kissen verändert, alte Trachten werden getragen und sogar Handschuhe angezogen, nur um auch wirklich nicht erkannt zu werden. Außerdem werden Gangart und Stimme verändert. Ein waschechter Maschkera spricht nicht sondern raunzt. Eine wichtige Regel beim Maschkeragehen lautet, er darf über andere Mitmenschen Gericht halten.  

Die Maschkera  tragen eine aus Holz geschnitzte Larve, Maske, die sich meist seit Jahren im Familienbesitz befindet. Dazu gibt es die Schellenrührer, das Muiradl, die Unterberger Mandl und den Bär mit seinem Bärentreiber. Anders als in den Karnevalshochburgen geht man nicht geschlossen im Zug. Jede der Gruppen marschiert für sich, wobei diese an jeder Getränkestation Halt machen und sich erfrischen. Pünktlich am Faschingsdienstag um 24.00 Uhr endet das Maschkeratreiben. Wer nicht vorher die Feier verlassen und den Zeitpunkt verpasst hat muß sich demaskieren. Deshalb hat ein Maschkera immer die Zeit im Blick um nicht erkannt zu werden. 

Selbst kleine Kinder nehmen an diesen Umzügen teil. Sie sehen wie zu klein geratene Erwachsene aus. Einfach nur toll. Jede der Masken ist ein Hingucker. Allerdings erweist sich das Trinken als problematisch. Es sei denn man trinkt sein Bier mit einem Strohhalm.

Wir beschließen nicht diesen Bus zu nehmen dafür ist es zu schön und zu früh. Wie mir der Fahrer sagt würde er liebend gerne den Bus stehen lassen und sich in das Getümmel stürzen. Der Glühwein schmeckt phantastisch und wir ergattern die letzten Würstel. 

 

 

Zum Schluß kommt das Muiradl. Ein von mehreren Männern gezogener Baumstamm auf dem sich ein Rad befindet. Auf diesem sitzen zwei Männer die sich mit dem Rad drehen. Am Ende des Stammes steht ein Weihnachtsbaum.

 

Das Bild anklicken und den Film ansehen.

Der Faschungsdienstag geht zu Ende. Der Aschermittwoch begrüßt uns mit Sonnenschein. Zumindest am Morgen. Im Laufe des Tages bewölkt es sich. Trotzdem gute Bedingungen um sich auf die Zugspitze zu begeben. Im 10 Min. Takt kommt die Seilbahn. Oben haben wir von der Bergterrasse einen Rundblick über die Alpen und den Eibsee. Da die Zugspitze zum Teil zu Österreich gehört gehen wir auf 2962 Meter Höhe über die Grenze.

Es ist kalt und mit unter stürmisch. Das nehmen wir gerne in Kauf, denn die Sicht auf das Alpenpanorama ist wunderschön. Die Aussichtsterrasse ist so konzipiert, daß wir einen 360° Überblick auf die unter uns oder vor uns liegende Landschaft genießen können. Mit einer weiteren Seilbahn gelangen wir in das Skiparadies der Zugspitze. Für den Skifahrer herrschen hier ideale Schneebedingungen. Feinster Pulverschnee. Der Weg zur Kapelle ist leider zum Teil wieder vereist. Geweiht wurde die Kapelle Maria Heimsuchung 1981 von Joseph Kardinal Ratzinger. Nicht nur Wanderwege suchen wir hier oben vergebens. Es gibt auch keine Sicht auf die Gipfel der Alpen. Dazu müssen wir wieder die Seilbahn zum Summit nehmen.

Ein schmaler verschneiter Grat führt zum Gipfelkreuz. Für Kletterer nach anstrengender Plackerei der wohlverdiente Moment um die Tour zu beenden oder auch nicht. Für den der wieder hinunter klettern möchte heißt es allerdings nur " Bergfest".

Selbst Silvia wagt nicht den nur sehr kurzen Weg von der Bergstation zum Gipfelkreuz. Wir wissen auch nicht ob es überhaupt erlaubt ist. 

Uns genügt die Aussicht von der Terrasse aus. 

Für die Talfahrt wählen wir die Zahnradbahn, nicht ahnend, daß diese überwiegend durch den Tunnel führt. Fahrtzeit 40 Minuten, davon 30 Minuten Dunkelheit. Kein Erlebnis der besonderen Art. Mit der Seilbahn hätten wir den Skibus Richtung Stellplatz spielend erreicht. So heißt es ab Hammersbach laufen. 

Heute, an unserem letzten Tag in Grainau, Garmisch Partenkirchen wollen wir uns den Ort ansehen. Rein in den Bus und am Kurpark aussteigen. Wie in Bayern üblich sind die meisten Häuser mit Wandmalereien versehen. Schnell sind wir in der Fußgängerzone und suchen uns schnell ein trockenes Plätzchen. Es fängt an zu regnen. Kaffee und Kuchen sind gegessen und wir gehen in die Kirche. Uns erwartet ein mit viel Gold verziertes Innenschiff. Leider hat ein Ort wie Garmisch Partenkirchen viele Sport und Outdoor Geschäfte. Was soll es. Heute geh ich mit hinein, denn es regnet bekanntlich. Bei Regen ist shoppen gar nicht mal so schlecht, aber unsere Geldbörse nachher um einiges leichter. 

Bei richtigem Glühweinwetter müssen wir einen Glühwein trinken. Ich gestehe, die schmecken hier besser als bei uns auf dem Weihnachtsmarkt.

Wieder zu Hause. Mit unserem neu erstandenen Selfiestab üben wir noch. Die ersten Bilder am Glühweinstand waren verwackelt. Morgen fahren wir weiter, wissen nur noch nicht wohin. Schlechtes Wetter wohin wir schauen. Wir werden unser Glück in Fischen versuchen. Dort soll es schneien. Schneefall ist besser als Regen. Vielleicht kommt Silvia dort in den Genuss zum Schneeschuhwandern. Hier waren wir zwischen den Jahreszeiten. Im Tal taut es, Loipen nicht mehr zu befahren und zum Wandern außerhalb der Ortschaften zu matschig. Trotzdem sind wir auf unsere Kosten gekommen.

Den Urlaub brechen wir danach wegen Dauerregen und Sturm ab und fahren notgedrungen wieder nach Hause. 

Kommentare: 3
  • #3

    Kathleen (Donnerstag, 14 März 2019 20:19)

    Oh wie schade,das Wetter hier ist ja auch eine Katastrophe.
    Macht es euch trotzdem schön
    Bis bald

  • #2

    Marita (Donnerstag, 14 März 2019 04:47)

    Hallo Kathleen. Leider war es das auch schon. Den Urlaub haben wir vorzeitig abgebrochen. Dauerregen, Sturm und keine Aussicht auf Besserung. Den Rest des Urlaubes verbringen wir zu Hause. Gruß Marita.

  • #1

    Kathleen (Mittwoch, 13 März 2019 20:36)

    Na da habt ihr zwei ja mal wieder eine schöne Tour und ne Menge erlebten hinter euch gebracht!
    Viel Schnee ...wie schön und ihr hattet Karneval mit Niveau, wirklich toll.
    Es macht immer wieder Spaß euren Block zu lesen...bis bald
    Und liebe Grüße

Wir benötigen nicht viel, nur...

etwas zum Genießen
etwas zum Genießen
faszinierende Landschaften
faszinierende Landschaften
eine Gelegenheit zum Chillen
eine Gelegenheit zum Chillen
ein Feuer zum Wärmen
ein Feuer zum Wärmen
etwas zur Stärkung
etwas zur Stärkung
einen Platz zum Übernachten
einen Platz zum Übernachten
nette Begegnungen
nette Begegnungen
hin und wieder Infos aus der Heimat
hin und wieder Infos aus der Heimat
und natürlich Bewegung (in Maßen)
und natürlich Bewegung (in Maßen)

Worauf wir verzichten können ist...

der Masse zu folgen
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grobe Übersichtsroute Nordamerika 2017/2018
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