Teil 6, von Marnac zum Kaiserstuhl/Breisgau

Madame Odile samt Hunden und Eseln müssen wir heute verlassen. Bis Freiburg sind es 800 Km die wir in 2 Tagen bewältigen wollen. Es ist kalt und unfreundlich, genau das richtige Wetter zum Fahren. Es geht durch das Perigord auf Distrikt Straßen, durch Dörfer und malerischer Landschaft, die wir leider nur während der Fahrt erleben können. Auf den kurvenreichen Straßen ist das Anhalten lebensgefährlich.

Zudem fängt es an zu regnen. Schwarze Wolken über uns und vor uns. Nur hin und wieder reißt der Himmel auf. Außentemperatur 5°, im Auto angenehme 24°. Bei Brive wechseln wir wieder auf die Nationalstraße, denn sonst schaffen wir heute keine 400 Km. Maisfelder und Rebstöcke, dazu Wald im ständigen Wechsel. Auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit werden wir in Party-le-Monial fündig. Der Ort überrascht uns mit seinen unzähligen Kirchen und Kapellen. Ein letztes Mal wollen wir heute auswärts Essen gehen. In der Annahme daß ab 18.00 die Restaurants geöffnet haben begeben wir uns auf die Suche. Wir stellen zu unserem Leidwesen fest, das die meisten Restaurants heute geschlossen haben und die anderen erst ab 19.00 oder später öffnen. Uns hängt der Magen in der Kniekehle. Noch einmal bummeln wir durch den Ort und gehen die Gassen mehrere Male hoch und runter. Ich glaube wir sind mittlerweile bekannt wie ein bunter Hund. In der Boulangerie, die wir 4 mal passieren wird mittlerweile Kasse gemacht. 19.00 es ist Essenszeit. Das Warten hat sich gelohnt, denn die Mahlzeit ist vorzüglich und der Wein aus St Emilion auch.

Gut gesättigt und aufgewärmt geht es in der Dunkelheit zum Parkplatz zurück. Wohnmobil reiht sich an Wohnmobil. Die Franzosen und auch wir bevorzugen die ausgewiesenen Air de Camping Stellplätze. Bislang sind wir damit immer gut gefahren und wurden nicht enttäuscht. Normale Campingplätze sind zu dieser Jahreszeit häufig schon geschlossen.

 

Noch von gestern Abend gesättigt geht es am nächsten Tag ohne Frühstück weiter. Beim letzten Tankstop in Frankreich holen wir uns Croissants und an einem Rastplatz wird das Versäumte nachgeholt. Von angenehmen Temperaturen um die 25-30° sind wir weit entfernt.

In Deutschland erreichen wir unseren vorletzten Stellplatz, am frühen Nachmittag und ergattern den letzten Platz, leider direkt neben der Dumpingstation. Macht nichts. 

Heute und Morgen werden wir im Breisgau bleiben. Leider ist die Wetterprognose nicht so berauschend. Dick angezogen wandern wir am Nachmittag noch durch die Obstplantagen. Die Kirschbäume sind leergefegt, aber die Apfelbäume hängen noch voller Früchte. Die Äste neigen sich und drohen zu brechen. An den Pflaumenbäume hängen verfaulte Pflaumen, die nicht geerntet wurden. Auf dem Boden liegt das Obst und gärt vor sich hin. Es riecht fast wie in einer Schnapsbrennerei. Wir fragen einen Bauern, der uns erzählt das die Lager zum Bersten voll sind und nicht alle Früchte geerntet werden konnten. In diesem Jahr gab es eine reichhaltige Ernte und Überproduktion.

Auch in Deutschland, genau gesagt in Königschaffhausen am Kaiserstuhl, gibt es Weinanbau und leckeren Wein. Wir wandern früh morgens los und sind innerhalb kurzer Zeit mitten in den Weinbergen. Hinweistafeln geben uns Auskunft über die Trauben die hier gedeihen. Welche Sorte wächst auf welchen Boden am Besten, wie hoch ist die Produktion und wann ist für die verschiedenen Rebsorten die beste Erntezeit. Manche Rebstöcke sind gelesen, andere hängen noch voller Trauben. Von Chardonnay über Mitos,  Burgunder und Riesling.

Heute gibt es auf dem gegenüberliegendem Sportplatz ein Fußballspiel mit dazu gehörigem Zwiebelkuchen Essen. Das Spiel der Jugendmannschaft bekommen wir am Rande mit und trauern mit der Heimmannschaft die heute verloren hat.

 

Den Stellplatz am Kirschenhof steuern wir bereits das dritte Mal an und sind von der Landschaft am Königsstuhl begeistert. Egal zu welcher Jahreszeit, immer ist es anders. Wir kennen die Zeit der Kirschenernte und jetzt die Zeit der Obsternte und Weinlese. Es fehlt nur noch der Frühling, wenn im April die Kirschblüte die Landschaft verzaubert.

Die Gegend um den Kaiserstuhl ist ein würdiger Abschluss unseres Frankreich Urlaubes. Die Zeit des Genießens und Schlemmend ist vorbei. Demnächst wird wieder selber gekocht. 

Unsere letzte Station wird aus privaten Gründen in Mainz sein, bevor wir die Heimreise antreten.

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