Teil 1, unserer Tour de France mit dem Wohnmobil nach Bordeaux und zur Atlantikküste

Von Moers nach Neris-les-Bains

 

So lange wie möglich wollen wir wegen der hohen französischen Spritpreise  in Deutschland bleiben und erst bei Breisach über die Grenze fahren. Lange in Deutschland sind wir gefahren, doch anders als gedacht.

 

 

 

Bis Karlsruhe geht alles glatt. Wir wollen auf die A5, doch alle Auffahrten in Richtung Basel sind gesperrt. Großbaustelle. Umkehren, wie das Navi uns ständig ermahnt, wollen wir nicht. Also geht es weiter auf Nebenstraßen im großen Bogen durch das Badische Land. Hoch und runter, Kurve rechts, Kurve links. Wir durchfahren Wälder und pittoreske Dörfer. Alle fein herausgeputzt wie bei "unser Dorf soll schöner werden". Wir befinden uns auf der Badischen Weinstraße, die kein Ende nimmt. Wir lernen Bad Herrenalb, Maxell, Loffenau und Gernsbach kennen, bis wir endlich auf die A5 stoßen. Zeitaufwand 1,5 Std. und Spritkostenersparnis gleich null. Bei Kehl geht es Richtung Strasbourg und weiter zu unserem 1. Etappenziel Colmar, im Elsass. Nur 3 Minuten Fußweg sind es vom Übernachtungsparkplatz bis zur Innenstadt. Alte Fachwerkhäuser, Blumenampeln wohin wir schauen. Die Gassen sind voller Leben. Ein Lokal, Restaurant reiht sich an das andere. Das Wetter ist angenehm und wir können draußen zu Abend essen. Passend zum Elsass gibt es Flammkuchen mit Speck und Munster Käse oder Lachs. Dazu genießen wir einen trockenen Weißwein. 

Wir sind etwas irritiert. Die Freiheitsstatue begrüßt uns kurz vor Colmar. Falls wir doch noch einmal in die USA reisen können wir uns einen Besuch bei der alten Dame schenken. Was wir bereits am 1. Tag feststellen ist, das Frankreich sehr wohnmobilfreundlich ist. Allein Colmar hat drei ausgewiesene Parkplätze speziell zur Übernachtung für Wohnmobilisten und alle zentrumsnah. Ordentlich wie wir sind wollen wir die Übernachtungsgebühr am Automaten zahlen, aber die freundliche Nachbarin erklärt uns auf englisch, französisch, daß wir nicht bezahlen müssen. Warum das so ist haben wir nicht verstanden.

Wir können 5,10€ für andere Dinge ausgeben.

 

Am 2. Tag heißt es wieder nur fahren wenn wir unser Ziel Atlantic erreichen und nicht direkt wieder umkehren wollen. 500 Km quer durch das Land stehen an. Die Mautgebühr liegt über 30 €, die Einsparung der Nachtgebühr ist weg. Wir kreuzen 2 mal die Rhone und die Loire und erklimmen den ersten Col de...? von 416 Metern.

Wie könnte es anders sein. Das Navi dirigiert uns auf den letzten 10 Km bis zum Stellplatz quer durch die Pampa bis nichts mehr geht. An dem schmalen Feldweg, Gott sei Dank asphaltiert, stehen plötzlich Baufahrzeuge. Hinter der nächsten Kurve sehen wir die Bescherung. Die Straße ist gesperrt weil nicht mehr vorhanden. Drehen ist unmöglich, also geht es rückwärts zurück bis wir eine Gelegenheit zum Wenden bekommen. Wir schalten das Navi aus und fahren ganz entspannt einen Umweg von nur 12 Km. Ziel erreicht.

Unser heutiges Etappenziel heißt Neris-les- Bains, Camping du Lac. Wir stehen auf einem Stellplatz vor dem Campingplatz. Alles vorhanden, auch Free Wifi. Kosten pro Nacht 8 €. Außer uns nur Franzosen. Wieder befinden wir uns nur einige Meter vom Zentrum entfernt. Neben uns erstrahlt der  Bahnhof, der nicht mehr in Betrieb ist, im alten Glanz. Silvia hat ihre Sonnenbrille vergessen, die hätte sie heute gebrauchen können. Bei 31 ° setzen wir uns in den Schatten und bewegen uns nur in den frühen Abendstunden  um die Stadt zu besichtigen. Fotografieren geht jedoch nicht, denn ich habe  vergessen die Speicherkarte in die Kamera zu legen. Macht nichts. Morgen werden wir hier bleiben und nicht fahren. Dann kann ich das Fotografieren nachholen.

Auf der Hinfahrt von Montlucon nach Neris-les-Bains sahen wir das imposante Viadukt, das heute ein Wander und Radfahrweg ist. Auf der Suche nach einer guten Sicht auf das Bauwerk laufen wir uns die Füße platt. Ständig sind uns Bäume im Wege. Auf und ab, meistens in der prallen Sonne, die Schweißdrüsen arbeiten hervorragend. Vom Viadukt sehen wir immer nur kurze Abschnitte. Die Bergwertung habe ich heute nicht gewonnen. Das Trikot mit den roten Punkten geht eindeutig an Silvia. Dafür hat sie mir das gelbe Trikot für mein Durchhaltevermögen angedacht. Auch im Ort gibt es keine ebene Straße, dafür aber 3 Thermalbäder, ein Opern- und Comedy Haus und natürlich eine Promenade. Die Therme ist die Haupteinnahmequelle, während der Weinanbau wegen Reblausbefall erst langsam wieder an Bedeutung gewinnt.

Morgen reisen wir weiter nach Westen und erreichen Nouvelle Aquitaine. Wir hoffen in der näheren Umgebung von Saint Emillion einen Stellplatz zu finden. 

Kommentare: 1
  • #1

    Kathleen (Dienstag, 25 September 2018 21:40)

    Wow�wie schön ist das denn da.Super das ihr den Blog weiter schreibt!!!
    Ich lese mit �✌grossartig
    Liebe Grüße