Was dem einen sin Uhl ist dem Ami sin Pick Up/pick up

Wohin wir schauen, Mardi Gras Stimmung.

Seit Anfang Februar finden überall diverse Umzüge statt.

Auf der Tour durch die Atchafalaya Region sehen wir in Thibodaux 

Stühle an der Straße und wir ahnen es.

Irgendetwas passiert heute.

Wir kommen in den Ort und sehen wir nur schwarze Bevölkerung. Rechts und links der Straße Holzhäuser mit den typischen Terrassen. Je weiter wir uns der Ortsmitte nähern wechselt das Bild. Weiße Bewohner, ich hätte fast gesagt weiße Eingeborene. Wir werden etwas nachdenklich. Sollten immer noch Unterschiede und, oder

" Berührungsängste" zwischen den Rassen bestehen? Eigentlich wollen wir in das Culture Center um weitere geschichtliche Informationen über diese Gegend zu erfahren. Das Center hat aber über die Mardi Gras Feiertage geschlossen. Ok, dann schauen wir uns heute den Mardi Gras Umzug an, das hat ja auch irgendwie mit Kultur zu tun und wir können uns schon mal auf New Orleans einstimmen. Die Parade beginnt in 1,5 Stunden.

In der Zwischenzeit bummeln wir durch die Straßen und saugen schon etwas von der Stimmung auf. Ganze Familien haben sich versammelt um gemeinsam zu feiern und anschließend den Super Bowl zu verfolgen. Die Patriots gegen die Eagles.

Da gerade in der St. Joseph Church Messe ist und wir sowieso ständig Kirchen besuchen, nehmen wir an dem Schluß der Messe teil. Danach halten wir ein kleines Schwätzchen mit einigen älteren Damen und kommen immer wieder der Aufforderung nach ein Foto zu machen. Somit verkürzen wir die Wartezeit bis zum Umzug. In der ersten Kneipe die wir sehen stärken wir uns und sind erstaunt, das "Mary M" auch irgendwann hier war. Davon hat sie uns nichts erzählt. In der Kneipe auch nur Weiße. Bevor wir gehen, verewigen wir uns und schmeißen uns anschließend ins Getümmel.

Was dem einen sin Uhl ist dem Ami sin Pick Up. Rückwärts zur Straße hin einparken, Klappe herunter lassen, Kühlbox in Reichweite stellen und damit es bequem ist die Klappstühle aufstellen. Das Fest kann beginnen. Da keine Mülleimer bereitstehen wird alles auf den Boden geworfen. Heute macht das nichts, denn es werden nachher sicher Kamellen und andere Sachen geworfen. Wie nicht anders zu erwarten, beginnt die Parade mit einem Polizeiaufgebot und direkt dahinter kommen wir immer die Fahnenträger. Wir geben nach diversen Fahrzeugen schon die Hoffnung auf Karnevalswagen und Karnevalsstimmung auf. Alles sieht mehr wie ein großer Autokorso aus. Was dann kommt, haben wir so nicht erwartet. Die Parade wird mit ganz wenigen Ausnahmen nur von der schwarzen Bevölkerung veranstaltet. Also doch, hier die einen, da die anderen.

Happy Mardi Gras.

Bunte Umzugswagen wechseln mit Tanz und Musikgruppen und natürlich immer wieder Autos, Autos, Autos. Leider keine politischen Motivwagen wie in Deutschland, was sicher interessant wäre. Die Zuschauer tragen keine Kostüme, lediglich Pullis mit Mardi Gras Aufschrift oder schon mal eine bunte Kopfbedeckung. Sie bleiben Gott sei Dank auch nicht wie angeklebt auf den Stühlen hocken wie wir erwartet haben. Das bleibt den Omas vorbehalten, die die gesammelten Gegenstände der Enkelkinder verwalten und eintüten. Geworfen werden überwiegend Ketten in allen Farben. Hin und wieder fliegt ein Football durch die Luft und wir ergattern auch einen.

Der Umzug ist nach einer guten Stunde vorbei und wir marschieren schwer bepackt mit bunten Ketten, unserem Football und Süßigkeiten zum Auto. Alle anderen bleiben in der Stadt, keiner nimmt seinen Klappstuhl unter den Arm und macht sich wie wir auf dem Heimweg. Das ist mehr als eigenartig, denn normalerweise verlassen die Amis umgehend das Geschehen und fahren nach Hause. Was wir nicht wußten, es kommt noch eine Parade. Keine Parade für Dogs wie in Lafayette, sondern eine, die von der weißen Bevölkerung ausgerichtet wird.

Na dann:

Happy Mardi Gras, Helau, Kölle Alaaf und stabil daoibi wie es im Münsterland heißt. Wolle mer se reinlasse? oder wolle mer mehr sehen? 

Wir wollen mehr sehen, aber dieses mal bitte Football. Also zurück in die Kneipe. Der Fernseher läuft wie immer ohne Ton. Das Bier schmeckt und wir erwarten mit Spannung das Spiel. Kurz vor Anpfiff sind wir die einzigen Gäste, alle anderen sind nach Hause gegangen. Wäre da nicht Jen gewesen mit der wir uns lange unterhalten haben. Sie lädt uns zu einer Pizza ein. Treffpunkt in 30 Minuten vor der Pizzeria. Wir werden aber noch mal aufgehalten und es heißt wieder bitte ein Foto, nicht für uns sondern von uns. Wir verspäten uns zum Abendessen, aber Jan kommt noch später. 

Bevor Jan kommt ordern wir schon einmal Bier, das bekommen wir normalerweise hin. Budweiser möchten wir nicht, die anderen Biersorten kennen  wir nicht. Wir entscheiden uns spontan für das Mardi Gras Bier. Ist ja schließlich Karneval. Das Bier kommt, sieht aus wie Altbier aber irgendetwas schwimmt oben drauf. Sieht aus wie Zimt und die Fingerprobe sagt mir, das ist Zimt. Hatte ich auch noch nie. Bier mit Zimt. Silvia kann das Zeug nicht trinken und bestellt sich ein Mardi Gras Bier ohne Zimthaube und läßt es auch wieder zurückgehen. Das Bier ist bereits mit Zimt gebraut. Jetzt nimmt sie ein Budweiser und trinkt es. Die Pizza hat uns nicht enttäuscht. Ob letztendlich Jan alle Biere bezahlen mußte können wir nicht sagen. 

Fazit: Zimtkuchen schmeckt besser als Zimtbier.

Wenn ich viel Zeit habe werde ich ein Schunkellied auf den Old Man River machen. Das Lied, der alte Vater Rhein gibt es bereits. Schunkeln bringt mehr Stimmung.

Am nächsten Morgen sind die Straßen noch nicht gereinigt. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen, denn keine Kehrmaschine erledigt die Arbeit, sondern einige Männer mit Greifzangen. Ich sag ja, was dem einen sin Uhl ist dem Ami sin pick up.

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Kommentare: 3
  • #1

    SaBi (Samstag, 10 Februar 2018 03:42)

    Helau aus der Heimat.... hier gibt es ja zur Zeit auch einen Umzug nach dem anderen..... hier nicht schwarz oder weiß, sondern kunterbunt. Darüber jetzt zu berichten, würde euch eher langweilen.... ihr kennt das ja alles schon. ;-)) Zur Zeit sind wir wieder sportlich und nehmen an der Olympiade teil.... natürlich im warmen Wohnzimmer ohne diese dicken Klamotten... das Bier schmeckt uns auch ohne Zimt... kommt doch einfach mal wieder vorbei.... wir würden uns freuen... dann mal bis ganz bald und weiter schöne Zeit und tolle Erlebnisse.... lg sabine und birgit

  • #2

    Kathleen (Montag, 12 Februar 2018 19:20)

    Tolle Bilder �grossartig habt Spass Helau

  • #3

    Judith Alda (Dienstag, 13 Februar 2018 14:37)

    Liebe Ehli Alles Liebe zum Geburtstag , Glück und Gesundheit und bevor ich es vergesse , willkommen im Club. Viel Spaß noch und kommt gesund wieder. Judith