USA Einreise mit Hindernissen

Wir sind wieder in den USA.

Eingereist am 10. Januar 2018

Auf der Mex 3 Richtung Tecate.

Endlich eine Strecke auf der wir uns

in normaler Lautstärke unterhalten konnten.

 

Wir verlassen Ensenada und den Pazifik bei Regen und Wind. So fällt uns der Abschied leichter. Demnächst gibt es statt Tacos hin und wieder Essen von MC Doof. Auf der Mex 3, die durch das Weingebiet der Baja führt, geht es schnell auf glattem Asphalt nach Tecate. Kein gerumpel im Auto, alles ist still, nichts fällt auf den Boden. Nur Gloria Gaynor schallt mit voller Lautstärke aus dem Radio und singt das Lied "I will survive". Na das paßt ja. Allen Unkenrufen zum Trotz haben wir die Baja California überlebt. Die Pässe und Einfuhrpapiere fürs Wohnmobil liegen griffbereit.

In Mexiko begegnet man in der Regel der Policia Federal, der Policia Munchipal und dem Militär. Die Burschen vom Militär waren ohne Ausnahme nett, freundlich und sehr neugierig. Besonders auf dem Weg nach Norden wurde das Wohnmobil regelmäßig  "inspiziert". Wir nannten es Auto gucken.

Die Policia Federal  haben wir nicht kennen gelernt, sollen aber auch in Ordnung sein.

Wogegen die Beamten der Policia Munchipal, ( Stadt und Gemeinde) keinen so guten Ruf haben, denn sie kassieren gerne unberechtigte Bußgelder. Bei den Mexikanern haben sie keinen guten Ruf und jetzt bei uns auch nicht.

In Tecate angekommen machen wir zuerst die Bekanntschaft eines Officers der Munchipal Policia. 

 

Wir wissen jetzt wie sie Bußgelder kassieren wollen.

 

Wir stehen vor einer rot blinkenden Ampel an der Kreuzung und wissen nicht, ist die Ampel defekt oder was sonst sein kann. Wir bleiben also stehen und und warten ab was die anderen Autofahrer neben uns machen. Sie fahren nach dem 4 Way Prinzip. OK, das kennen wir ja zu genüge und das machen wir dann auch. An der nächsten Ampel steht mit einem mal das Polizeiauto neben uns. Der Beamte redet auf spanisch mit uns, was wir natürlich nicht verstehen. Von seinem englisch bekommen wir nur "pull off" mit und können nichts damit anfangen. Wir sind uns einig, wir fahren weiter. Wir kommen bis zur nächsten Ampel. Er steht dort wieder neben uns, redet mit uns und wir kapieren endlich das wir rechts hinter ihm am Straßenrand anhalten sollen. Na klar doch, kein Problem. Dann klärt er uns auf was die blinkende Ampel zu bedeuten hat. Haben wir auch verstanden. Nämlich, das durch den Regen der Kreuzungsbereich voll Wasser ist und man langsam fahren soll. Toll, haben wir gesehen und sind auch langsam durch gefahren. Warum er aber jetzt von uns ein Bußgeld abkassieren will haben wir nicht verstanden. Wir schauen uns ratlos an und fragen uns ob wir vielleicht an der Ampel zu lange gestanden haben. Ist das ein Verstoß?  Wir haben keine Ahnung was das soll. Dann will er uns zwei Optionen geben, kommt aber nur bis zur ersten Option. Als ich höre " you pay now" kommt von mir wie aus der Pistole geschossen " NO".  Silvia, ganz entspannt, sagte gleich das wir weder Pesos oder Dollars haben und über die Grenze wollen. Wir aber gerne mit zur Polizeistation fahren würden um dort das Bußgeld mit Karte zu bezahlen. Davon wollte er aber nichts wissen und gab uns ausgesprochen generös nur eine " Verwarnung". Ich hatte schon einen dicken Hals weil ich direkt gemerkt habe worauf er aus ist. Diese Schweinebacke. Die ganze Zeit stand seine Kollegin im Hintergrund und tippte eifrig in ihr Handy als ob sie kein Wässerchen trüben könnte. Pech gehabt, nicht jeder Tourist läßt sich über`s Ohr hauen.

Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe ist mir der Gedanke gekommen, das wir beim Durchfahren der Wasserlache zu viel Wasser aufgespritzt haben, und das vielleicht ein Vergehen ist. An diesem Rätsel haben wir beide noch zu knabbern?!?!

Die Begegnung mit dem Munchipal Police Officer haben wir abgehakt. Jetzt soll es über die Grenze gehen. Wir wollen zuerst aus Mexiko auschecken und dann nach USA einchecken. Doch wo ist die Seite von der wir nach Mexiko rüber sind? Natürlich sind keine Hinweisschilder zu sehen. Ständig stehen wir vor Barrikaden. Einigermaßen genervt fahren wir erst zur USA Border. Der erste Beamte prüft die Pässe und fragt nach Wurst, Obst und Gemüse. Wir verneinen, obwohl Silvia 1 Apfel und 1 Apfelsine an der Seitentür hat. Wir geben nur den Käse an und der wird vermerkt. Der Zettel kommt ans Fenster. Dann vor das Büro. Auto abstellen und rein. Als erstes sehen wir einen grinsenden Typen der direkt vor uns an der Wand hängt. Die armen Beamten. Am Liebsten hätte ich das Bild umgedreht. Pässe überprüfen, Finger/ Daumen und Augen scannen. Es gibt keinen Einreisestempel, sondern nur einen ausgefüllten Zettel mit einem Ein und Ausreise Datum. Wir dürfen 6 Monate bleiben. Dürfen, werden, wollen, können???!!!

Danach haben sich die Beamten nur noch den Kühlschrank angesehen und unsere 6 Eier, die wir abends essen wollten einfach mitgenommen. Plan B, essen bei ???

Dann konnten wir in die USA einreisen. 

 

 

So weit so gut. Wir sind in USA aber noch nicht aus Mexiko ausgereist. Silvia bleibt am Auto und ich gehe mit den Pässen und den Autopapieren Richtung mexikanischem Office. Für Fußgänger ist zwischen den beiden Querstraßen ein eingezäunter Fußgängerbereich mit einem massiven Drehkreuz. Ich da durch obwohl ich überlegt habe über die Straße zu gehen. Ins Büro, Pässe vorzeigen, Stempel rein und wieder raus. Dann zum Bankschalter um das Auto auszuführen. Der Beamte war wie schon bei der Einreise lange, lange Zeit nicht anwesend. Ich stehe mir mit den Papieren die Beine in dem Bauch. Als er erscheint meint er ich müßte mit dem Auto über die Grenze fahren weil er Fotos machen muß. Ich frage ihn ob er das nicht hier erledigen könne. Nein geht nicht. Ich muß also zurück um Silvia Bescheid zu geben das sie mit dem Auto wieder über die Grenze muß. Ich will schnell zurück, dieses mal über die Straße um sie zu holen und werde zurückgepfiffen. Was hab ich falsch gemacht?. Ah ja. Einfach zurück geht nicht. Ich muß links von der Straße durch einen gesicherten Gang zur amerikanischen Seite. Dort durch das Einreisebüro, wo ich dem Beamten die Sache erst einmal erklären muß. Pass wird gecheckt und ich kann durch das Büro nach draußen. Ich bin wieder in Amerika, sage Silvia Bescheid und sie fährt mit dem Auto über die Grenze nach Mexiko. Ich zu Fuß hinterher. Fotos und Nummern abgleichen usw. Wir wieder zur USA Seite. Ein anderer Beamte. Wir erzählen ihm warum wir innerhalb von 1 Stunde wieder hier stehen. Er schaut groß und überprüft die Pässe und Einreisekarte. Der Beamte, der uns die Einreise bewilligt hat, kommt zufällig nach draußen, sieht uns, schaut ungläubig und grinst als er den Grund erfährt. Schlimm genug das in dem Moment auch noch die Beamtin erscheint die ich im Einreisebüro gesehen habe durch das ich auf dem Weg zum Auto hindurch mußte, und die auch ganz verwundert schaut. So habt ihr was zu lachen bei Eurem drögen Job. 

Das Wageninnere wurde nicht noch mal überprüft. Wir konnten direkt weiter fahren.

Wir hätten schmuggeln können was das Zeug hält.

Ich könnte den Amis und Mexikanern sagen wie man alles einfacher erledigen könnte. Aber dann würden die sich ja bei der Arbeit eventuell sehen.

Der Kühlschrank war leer und auch die anderen Vorräte so gut wie aufgebraucht. Wir starten einen Gr0ßeinkauf bei Safeway. Der Wagen ist voll wie man sieht und das Geld ist futsch.

196 USD. Dank der Payback Karte die wir haben gab es 25 USD Rabatt. 

Die nächste Zeit heißt es nur fahren. Übernachtet wurde mal wieder bei Flying J. Rechts ein Truck mit laufendem Motor, links ein Truck mit laufendem Motor. Da soll sich noch mal jemand über das Bimmeln einer Glocke beschweren.

Morgen werden wir El Paso in Texas erreichen. Unser nächstes Ziel ist der Big Bend NP.

Doch jetzt muß ich Schlaf nachholen im Gegensatz zu Silvia. Temperatur zwischen 13° und 20° bei Sonnenschein. Doch jetzt eine Gute Nacht allerseits. 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Janni und Herbert (Freitag, 12 Januar 2018 07:22)

    Hallo ihr Beiden , das ist ja mal ein toller Reisebericht . Das Bußgeldvermeidungsdingsda liest sich toll ,- war aber sicher nicht so lustig , wie es sich hier liest . Wir hoffen das ihr weiterhin schöne Sachen erlebt , und nicht dauernd den Atem anhalten müßt , weil euch mal wieder einer Abzocken will .
    Gute Reise wünschen euch weiterhin
    Janni und Herbert