Las Vegas. Wie gewonnen, so zerronnen

Das erste Geld ist verspielt bevor wir Las Vegas erreicht haben. 

In Laughlin direkt am Colorado River besuchen wir die Colorado Bell.

Vor 40 Jahren gab es noch die einarmigen Banditen, heute wird teilweise mit Computern gespielt.

Roulette am riesigem Bildschirm und immer lächelnder Angestellten auf der Leinwand. Kein Wunder, die gewinnt ja auch immer.

Es gibt ganz unterschiedliche Spielweisen, ich glaube die Geräte wollen mit Gefühl bedient werden. Silvia hämmert mit beiden Händen auf die Knöpfe, so wie sie wahrscheinlich auf einer Klaviertastatur eindreschen würde. Beides ist nicht gut.

Ich wähle das ein Finger System und gewinne mit 6 $ Einsatz 7,20 $. Sage und schreibe 1,20 $ Gewinn.

Klasse.

In Las Vegas suchen wir erst einen Canon Laden auf. Staub hat sich im Laufe der Zeit in der Kamera festgesetzt und macht sich durch dunkle Schatten auf den Bildern bemerkbar. Wie sich herausstellt haben wir eine falsche Adresse. In dem ausgesuchten Laden werden nur Drucker verkauft. Wir erhalten aber eine Adresse und dort kann uns geholfen werden. Welch ein Glück, das der Besitzer ein Deutscher ist. Statt in drei Tagen ist die Camera am gleichen Nachmittag gereinigt. Kostenpunkt 60 $.

Der central gelegene RV Platz ist für die nächsten drei Tage unser Domizil und gehört zum Circus Circus. Tagsüber ist Las Vegas nicht so interessant. Nur Musikbeschallung an jeder Ecke. Was fehlt sind die leuchtenden Reklameschilder und die Menschenmenge. Aber dann. Mit Einbruch der Dunkelheit geht es los ins Getümmel. Was wir brauchen ist etwas Bargeld, den Ausweis und die Kreditkart. Das glückliche Händchen darf natürlich auch nicht fehlen. Der kürzeste Weg auf den Strip führt durch das Circus Circus Casino. Sofort fallen mir die vielen PC`s linker Hand auf und ich denke, toll Internet Möglichkeit. Die auf dem Platz ist schlecht. Die Freude währt nicht lange, denn ich kann mit den PC`s nur Wetten abschließen. Die linke Seite war ein Wettbüro. Dumm gelaufen.

Das Circus Circus liegt zwischen Strip und Downtown Las Vegas. Den Strip erreichen wir gut zu Fuß, für Down Town Las Vegas nehmen wir den Bus. Die Tagestickets sind günstig.

Einen ersten Eindruck haben wir heute Nachmittag bekommen, jetzt geht es ans Eingemachte. Eine verrückte Stadt schrill, bunt und laut. Wir können uns zuerst nicht entscheiden in welche Casinos wir gehen sollen. Es sind ja so viele. 

"Das Venetian war uns zu "klein und zu preiswert". ( Ha Ha).Das Bellagio nur zu groß und das Cäsars Palast zu alt. Wir bleiben draußen und saugen die Atmosphäre auf der Straße ein. Dazu setzen wir uns in eine Bar und beobachten das bunte Treiben.

Danach geht es ins erstbeste Casino. Beide zücken wir risikoreich 1 $ und sind ihn nach Sekunden los. Das Gerät taugt nichts. Der nächste ist nicht besser. Ist wohl das falsche Casino. Ab ins nächste. Hier schauen wir einer Frau beim Spielen zu, die gerade auf einer Gewinnstraße ist. Geteilte Freude ist doppelte Freude. Das Spiel haben wir aber nicht verstanden, also Hände weg. Das Würfelspiel ist und bleibt für uns ein Buch mit 7 Siegeln. Black Jack und Roulett kommen für uns nicht in Frage. Warum weiß ich nicht. Bei den Automaten haben wir kein Glück. Darum geht es nachts auf den Heimweg, mit einer Unterbrechung bei "Davidoff of Geneva, cigar und bar".

Der nächste Tag.

Mittags mit dem Bus nach Down Town, dem alten Las Vegas. Ursprünglicher,bunter und lebhafter aber auch nicht so feudal. Das Viertel ist ein wenig in die Jahre gekommen. Am Abend geht hier aber die Post ab. Straßen Artisten und solche die sich dafür halten sorgen für Abwechslung oder Kopf schütteln. Vieles ist interessant, einiges aber abstoßend. Brauchen wir nackelige Männer und Frauen, mit Pampers oder fast nicht um die Hüften, dazu mit schlechter Figur? Wir nicht. Die Elvis Imitation im weißen Strampelanzug und schief sitzender Perücke ist auch nicht der Hingucker.

Silvia wird auserkoren bei einem Stand mit zu machen und hat ihn schadlos überstanden.

Der dritte und letzte Tag in Las Vegas. Es ist soweit. Silvia und ich gehen getrennte Wege. Sie geht shoppen und ich sitze bei Davidoff, vor mir einen Mojito, (noch keine Zigarre), und bearbeite die Page. Der Mojito ist ausgesprochen lecker, aber mittags um 13.00 Uhr? Ich weiß nicht. Was soll`s. Ist Happy Hour von 12.00- 14.00. Wenn Silvia das wüßte. Den Weg zum Auto kenne ich. Momentan zieht es mich aber nicht dahin. Ich lausche lieber der Musik von Frank Sinatra und Dean Martin. 

Da wir beide vernünftige Leute sind geben wir für`s spielen nicht viel Geld aus. Was Silvia gerade beim Shoppen ausgibt, ich habe keine Ahnung. Ist auch egal, mein Mojito wird trotz Happy Hour auch nicht billig sein.

Erwischt. Silvia kommt vorbei und sieht mich. Gemeinsam genießen wir noch einen Mojito und gehen dann erst mal zurück zum Auto bevor es am Abend wieder ins Vergnügen geht.

Das schlimme an Las Vegas ist, das man schnell versackt. Wir sind nicht weiter als bis zum MGM gekommen. Silvia möchte mir unbedingt das Venetien näher bringen. Von dessen Einkaufspassage und dem Markus Platz mit blauem Himmel war sie hell auf begeistert. Wir schlendern und schlendern, rechts Geschäfte, links Geschäfte, alles sehr exklusiv. Preise suche ich vergebens. Ein Mont Blanc Füller, "Marilyn Monroe", im selben rot wie das Kleid was sie auf dem Bild trägt weckt mein Interesse. Sagt man Füller oder gibt es für diese edlen Stücke einen edlen Namen, der etwas gehobener ist? Für das Set müsste ich ( habe bei google nachgesehen) 2500 Euro hinblättern. Die habe ich leider nicht, werde sie mir aber mit Glück später im Casino gewinnen. Je länger wir uns in der Anlage aufhalten um so mulmiger wird mir. Wo sind die nächsten Notausgänge, wo kann ich schnell an die frische Luft. Ich glaube im Notfall wird hier so mancher in Panik ausbrechen. Bevor es dazu kommt gehen wir runter ins Casino und versuchen unser Glück. 

Slot Maschienen mit unterschiedlichem Einsatz sind genügend frei. Silvia erwischt die falsche Maschine und schwups ist der Dollar nach nur einem Spiel weg. Hat nur Sekunden gedauert. Da ist meine Maschine ergiebiger was die Spieldauer anbelangt. 1 Dollar rein und ich kann wenn ich möchte 100 mal auf den Butten drücken. Die Gewinnchance ist nicht hoch, aber ich kann lange spielen. Darauf kommt es an. So werde ich mir den Füller aber nicht kaufen können. Wir wechseln uns mit drücken ab und verstellen schon mal den Einsatz. Wir gewinnen ein paar Cent und verlieren schließlich den gesamten Dollar. So geht es weiter. Zwischendurch wird uns Bier serviert während die Maschine rattert und bimmelt. Lange halten wir die Geräusche nicht aus und verzichten auf den Gewinn und den möglichen Kauf von einem Mont Blanc Füller Marke Marilyn Monroe. Ich schreibe eh mehr mit einem Kugelschreiber.

Am Abreisetag fällt uns auf das an der Anmeldung das falsche Datum eingetragen ist. Auch die ankommende Abrechnung zeigt das eine Nacht zu wenig berechnet wurde. Also haben wir doch etwas gewonnen.

Eine verrückte Stadt, die man einfach mal gesehen haben muß. Auch wenn es heute ein wenig unpersönlicher als vor 40 Jahren zugeht. Wir hatten unseren Spaß und darauf kommt es an. Doch jetzt ruft wieder die Wüste, die direkt vor den Stadttoren beginnt.

Mit einem Klick auf den Affen 

kommt ein kleiner Film

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Kommentare: 2
  • #1

    Judith Alda (Mittwoch, 25 Oktober 2017 20:35)

    Hi Ehli alles auf die 13 und du kannst kündigen. Wünsche euch noch ganz viel Spass, verfolge jede eurer Stationen. Judith

  • #2

    Karla (Donnerstag, 26 Oktober 2017 21:16)

    Hallo Ihr 2 , habe endlich mal wieder die Ruhe Eure so wundervoll geschiebenen Erfahrungen zu lesen. Danke für doese amüsanten Episoden.
    Am Wochenende bekommt Ihr Post von uns ........