Petrified Forest

Von Albuquerque in New Mexico geht es wieder Richtung Arizona. 

Die letzten Nächte waren kalt, Raureif lag auf den Campingtischen und Bänken.

Ein Grund morgens die Heizung kurzfristig anzustellen.

Bevor wir einige Teilabschnitte der Route 66 in Angriff nehmen 

besuchen wir den Petrified Forest.

 

Morgenstund hat Gold im Mund. Nicht nur das, golden leuchtet der Himmel. Warm angezogen genieße ich die Stille beim Sonnenaufgang und experimentiere ein wenig mit der Kamera. Silvia schläft noch oder tut so. Die Heizung ist angestellt. Wir stehen vor dem Giftshop des Parks und konnten hier kostenlos über Nacht stehen. Natürlich wird es gerne gesehen wenn die Camper eine Kleinigkeit kaufen.

Interessant sind die aufbereiteten Steine, die in allen Farbnuancen schimmern. Leider sind sie für uns zu groß und zu schwer. Für eine große Tischplatte muß man 25.000 $ berappen.

Welch ein Ausblick. Der ganze Himmel leuchtet rotgold. In dem Maße wie die Sonne steigt wird es wärmer und wir können draußen frühstücken.

Das Gate am Südeingang öffnet 7.00 Uhr, für uns eindeutig zu früh. 

Wir lassen uns Zeit, denn wir haben den ganzen Tag zur Verfügung. 

Auf der 43 Km langen Parkstraße befinden sich viel Haltepunkte, die wir nach und nach ansteuern.

Der versteinerte Wald liegt auf einem Hochplateau und war einmal ein riesiges, von vielen Flüssen durchkreuztes Überschwemmungsgebiet. Im Süden wuchsen am Rande der Zuflussgewässer hohe, tannenähnliche Bäume.

Die Bäume, Farnpalmen und Nadelhölzer stürzten um und wurden von den angeschwollenen Flüssen in das Überschwemmungsgebiet abgetrieben, wo sie dann von Schlick, Schlamm und vulkanischer Asche bedeckt wurden. Dadurch wurde die Sauerstoffzufuhr abgeschnitten und der Fäulnisvorgang verlangsamt. Allmählich sickerte dann silikathaltiges Grundwasser in die Baumstämme hinein und ersetzte das ursprüngliche Holzgewebe mit Silikatablagerungen. Die Silikate erhärteten, und die Baumstämme blieben als versteinertes Holz zurück.

 

 

Das ganze liegt ca. 225 Millionen Jahre zurück.

Danach sank der ganze Landstrich ab, wurde überschwemmt und von Frischwasserablagerungen bedeckt. Später hob sich das Land wieder und zwar bis weit über den Meeresspiegel. Diese Aufrichtung verursachte eine geologische Spannung, die die Riesenstämme reißen ließ. Wind und Wasser sorgten dafür das diese Stämme im Laufe der Zeit bloßgelegt wurden. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen.

So, genug von abgeschriebenen Erklärungen. Es ist faszinierend zu sehen welche Farben die unterschiedlichen "Steine" haben.

Die Blue Mesa, blaue Tafelebene erkunden wir auf einem 1,5 Km langen Trail. Es geht steil hinunter. Unter haben wir das Gefühl in einer anderen Welt zu sein. Der Wind ist auch im Tal noch so stark, das er kleinere Sternchen hochwirbelt.

 

Der Newspaper Rock, Zeugnis menschlicher Besiedlung. Nomadenstämme wurden sesshaft und siedelten sich hier in Dörfern, den sogenannten Pueblos an. Leider dürfen wir uns nicht einmal vorübergehend für eine Nacht hier ansiedeln und müssen den Park bis spätestens 18.00 Uhr verlassen.

Es ist strikt verboten Steine aus dem Park mit zu nehmen. Eine saftige Geld, bis hin zu Gefängnisstrafe ist die Folge. 

Wir zahlen für Unterkunft und Essen lieber selber.

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