Auf dem Weg zum Grand Canyon

Den Arches NP haben wir in vollen Zügen genossen. Von Moab geht es jetzt auf der 191 nach Süden. Wir durchfahren wieder einmal eine menschenleere Gegend, nur hin und wieder sehen wir einige einfache Holzhütten. Die auf der Straßenkarte angegebenen Ortschaften bestehen lediglich aus Tankstelle Fast Food Restaurant und 2-3 Häusern.

Auf meinem Wunschzettel für USA stand der Moki Dugway ganz oben. Die nötigen Informationen bezüglich der Befahrbarkeit der Straße holen wir uns in Blanding. Der Mann im Visitor Center meint nur: absolut kein Problem. Na dann, worauf warten wir noch.

Zwischen der Hochfläche der Cedar Mesa und dem Valley of the Gods liegt der relativ steile Serpentinenabschnitt Moki Dugway. Für Mietfahrzeuge und Gespanne ist die 4 Km lange Schotterstraße entweder verboten oder nicht ratsam. Warum man mit Mietfahrzeugen die Strecke nicht fahren darf können wir im Nachhinein nicht nachvollziehen, denn ganz so aufregend und schwierig ist die Strecke nicht. Für uns geht es bergab mit 10 % Gefälle. Leider ist der einzige nennenswerte Stop, der Muley Point, mit Bikern und dazu gehörigen Service Fahrzeugen belagert und wir sind gezwungen weiter zu fahren. 

Aber wir wissen uns ja zu helfen. Silvia bekommt nicht einmal Order langsamer zu fahren, denn auf dieser Strecke kann sie eh nur maximal 5 MPH fahren. Anhalten ist auch möglich und manchmal auch erforderlich um z.B. den Bikern die gerade hochfahren nicht die Freude und / oder Genuß zu nehmen.

Bei besserer Sicht hätte ich den Vorschlag gemacht noch einmal hoch und natürlich wieder hinunter zufahren. So wie ich Silvia kenne wäre es für sie ein Vergnügen gewesen.

 

 

Durch das Tal Valley of the Gods bis zum Goosenecks State Park ist es nicht mehr weit. Am San Juan River gönnen wir uns eine längere Pause. Wir stehen direkt an der Mäander des San Juan River. Eigentlich wollen wir hier übernachten, aber wir stehen in der prallen Sonne und das Auto heizt sich mehr und mehr auf. Also brechen wir unsere Zelte hier ab und fahren weiter nach Mexican Hat. 

Welch ein Anblick. Kurz hinter Mexican Hat tauchen sie auf, die ersten Monolithe. Im Geiste sehe ich John Wayne und Co durch die Landschaft reiten, verfolgt von einer Gruppe Navajos.

Doch von Westen höre ich immer lauter werdende Trompetenklänge und das Trommeln der nahenden Kavallerie. Die Rettung ist da und die Indianer kehren um. Der Siedlertreck unter Führung von John Wayne zieht weiter gen Westen und hinterläßt eine Staubwolke. Lässig steigt der Held vom Pferd zieht sein Schweißtuch und schwingt aufreizend die Hüften und macht es sich am Lagerfeuer bei einer Tasse Kaffee gemütlich. Ich liebe Western.

 

 Die einzigen Staubwolken verursachen heute aber nur die zahlreichen Touristen, die den Park besuchen. 20 $ Eintritt. Wir dürfen mit unserem RV aber nur bis zum Visitor Center. Eine geführte Tour schenken wir uns bei dem Wetter. Bei guter Sicht wären wir sicher schwach geworden. Vor 40 Jahren konnten ich noch, ohne Gebühr zu entrichten, hineinfahren. Jetzt ist daran nicht mehr zu denken. Also begnügen wir uns mit dem was von der Straße und vom Info Center aus zu sehen ist.

Vom Monument Valley ist es nicht mehr weit bis Page. Endlich regnet es. Die Temperatur geht bis auf sage und schreibe 15 ° herunter. Die Abkühlung tut uns gut. Kurz vor Page tauchen die Fabrik Schlote auf. Ein Zeichen, das wir die Antelope Canyon erreicht haben. Wir erkunden uns nur nach den besten Zeiten und den Kosten für einen Besuch. Bei den Preisen sollen die äußeren Bedingungen passend sein. Heute ist es nicht der Fall. Südlich von Page geht's erst einmal zur Horseshoe Bend. Nach einem Spaziergang von gut 1 Km stehen wir mit zahlreichen Touristen, bes. Asiaten, an der Mäander des Colorado River. 

Mit der Kamera bin ich mutiger als sonst. Also hält Silvia mich ständig am Hosenbund fest.

 

Ein absolutes Highlight für uns der Besuch des Upper Antelope Canyons. Wir haben Glück, es scheint die Sonne und wir bekommen noch einen Termin zur Prime Time, wo wir mit einigen Beams rechnen dürfen. 

Vorher aber noch die Ernüchterung. Zig Besucher werden gleichzeitig mit mehreren Transportern (a 14 Personen) zum Canyon kutschiert. Wir stehen erst einmal im Pulk zusammen und warten darauf das unsere Namen aufgerufen werden. Ich habe wie immer Ewers angegeben. Silvia meint nur Maria wäre besser gewesen. Aber, wieviel Marias gibt es? Lowe 2 in Party, Brad, 2 in Party usw. Maria 2 in Party, 6 Leute preschen nach vorne. Gut das ich Ewers angegeben haben. Pauline 2 in Party. Dann eine Pause. Die Einweiserin bewegt lautlos die Lippen, runzelt die Stirn. Wir schauen uns an und wissen Bescheid. Und schon kommt es prompt. I dabbelju i a s. (EWERS) 2 in Party, das sind wir.

10 Minuten vor uns ist die Fotografen Gruppe ( teurer aber längere Zeit) zum Canyon gefahren. 

15 Minuten werden wir auf der Sandpiste durchgerüttelt und zugestaubt. Ich ahne böses. Der Canyon ist rappelvoll. Nach einer ausführlichen Einweisung wie wir uns zu verhalten haben, rechte Seite entlang hinein, linke Seite entlang raus, nicht lange stehen bleiben, Zack Zack. Ellenbogen ausweichen, Kopf einziehen, aufpassen, das niemand gerade in das Bild hineinläuft. Die arme Fotogruppe. Viel Geld ausgegeben für was eigentlich.

Es wird meistens nach oben fotografiert. Nackensteife und Schwindel sind die Folge. Der Besuch hat sich trotzdem auf jeden Fall gelohnt. Je nach Lichteinfall gab es immer wieder andere faszinierende Farbspiele.

Der Lake Powell unweit von Page ist ein Eldorado für alle Wasserfreunde. Er entstand Mitte der 1960er Jahre durch Aufstauen des Colorado. Leider nimmt der Wasserpegel wegen verstärkter Wasserentnahme ständig ab. Eigentlich wollten wir am Lowe Rock Camp übernachten, aber der sandige Boden hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und wo stehen wir? Natürlich bei Walmart.

Einen Vorgeschmack auf den Grand Canyon erhalten wir bei einem Stop am Little Colorado River. Ausnahmsweise ist der Eintritt zum View Point frei., aber ein freiwilliger Obolus der Dame im Häuschen sehr willkommen. Wie überall befinden sich jetzt die kleinen, aber herunter gekommenen Verkaufsstände der Natives. 

Ein Schild warnt vor Klapperschlangen, Skorpionen Spinnen und anderes Getier.

Wir haben festes Schuhwerk an.

Am Nachmittag erreichen wir den Grand Canyon NP und ergattern einen der letzten Plätze auf dem Desert View Campground. Zwei mal gehen wir heute den kurzen Weg zum Desert View Watchtower und können das immer wechselnde Farbenspiel des Canyon beobachten. 

 

Der Canyon wird sich in den letzten 40 Jahren wohl nicht verändert haben, aber alles Drum und Dran. Ich erkenne nichts mehr wieder. Aus dem beschaulichen kleinen Visitor Center ist ein gigantischer Komplex geworden. Shuttle Busse bringen den Gast zu View Points, die nicht mit dem eigenen Fahrzeug angefahren werden dürfen. Auf dem Weg vom Camp zum Visitor Center steuern wir die ersten View Points an. Die Eindrücke sind jedes mal anders. Wir gehen den South Rim und erkunden den Canyon zu Fuß. Je weiter wir uns vom Mather Point entfernen um so ruhiger wird es. 

Wir sitzen auf Felsen und schauen einfach nur auf dieses Naturschauspiel. Gigantisch und einfach nur schön.

Genau so farbig und bunt wie der Upper Antelope Canyon ist unsere Reise durch USA. Tagtäglich erleben wir Neues. Ein Höhepunkt folgt dem Anderen. 

Das Schöne ist eigentlich, das wir unsere Pläne immer wieder verändern. Ursprünglich wollten wir den Grand Canyon nicht machen, aber jetzt sind wir froh, das wir doch dort waren. 

 

Wir sind momentan in Flagstaff mit rund um Service. Die Suche nach einem Campplatz war genau so nervtötend wie die tagelange Suche nach meiner Aldi Sim Karte. Die hatten wir gut versteckt. Alle in frage kommenden Schränke haben wir 2 mal ausgeräumt, alles doppelt und dreifach nachgesehen. Und wo war sie? Da wo sie hin gehört, in meinem Brieftasche hinter der Rogers Karte fest geklebt. In einem ordentlichen Haushalt geht wirklich nichts verloren.

Kommentar schreiben

Kommentare: 6
  • #1

    Ehli (Mittwoch, 13 September 2017 16:03)

    Hallo,
    Ja, die USA sind schon gewaltig.die vielen Eindrücke sind enorm,aber einfach atemberaubend ,gigantisch ,fantastisch vieles kann man garnicht beschreiben weil einem die Wörter fehlen.
    Den Moki zu fahren war top klasse keine Begrenzungen ,rechts die Felswand und links der Abgrund.
    Beim fotografieren kennt Marita wirklich keine Grenzen ( schwindelfrei ist weg drum halte ich sie fest sonst ist sie weg)
    Hi Herbert viel Spaß
    beim Western lesen oder kucken.du treue Seele Grüße an Janni

    Grüße Ehli

  • #2

    Ehli (Mittwoch, 13 September 2017 16:07)

    PS.
    Der Antelope Canyon war wirklich ,wirklich der super top Ober Knall.

  • #3

    Judith (Mittwoch, 13 September 2017 23:16)

    Die Bilder sind wirklich fantastisch. Aber auch die Beschreibungen von Marita, Chapeau für so einen Blog. Liebe Grüße Judith

  • #4

    Jutta (Mittwoch, 13 September 2017 23:34)

    Hallo ihr Weltenbummler,
    die Photos sind wirklich der Knaller.
    Könnt ihr eigentlich all das was ihr zur Zeit erlebt noch verarbeiten?
    Jeden Tag ein neues Highlight, eure Birne muß doch irgendwann mal voll sein oder drückt ihr jeden Abend auf Reset.
    Liebe Grüsse aus der nasskalten, stürmischen Heimat
    Jutta

  • #5

    Marita (Mittwoch, 13 September 2017 23:39)

    Hallo Jutta.
    Du hast recht. Allmählich wird es schwierig alles auf die Reihe zu bekommen. Wir schreiben beide ein Tagebuch und können nachlesen. Außerdem hilft mir die Homepage alles zu verarbeiten. Wir legen aber immer mal wieder Pausen ein.
    Gruß von uns Weltenbummlern. Kleiner Trost , hier sieht es auch nach Regen aus, muß aber nicht.

  • #6

    Brigitte und Amanda (Samstag, 16 September 2017 00:05)

    Hallo Ihr zwei Abenteurerinnen,
    die Fotos sind gigantisch, atemberaubende Landschaft und die Farben sind unwirklich, aber echt der Knaller. Eure Reiseberichte verfolgen wir mit Begeisterung, ihr schreibt so toll und authentisch, als wären wir dabei. Na ja nicht ganz, aber fast ;-) Macht weiter so, wir freuen uns schon auf den nächsten Abschnitt. Hier wird's langsam Herbst, nasskalt, die Blätter fallen, aber wir hoffen auf einen Indian Summer. Liebe Grüße aus Kostheim, Brigitte und Amanda