Bryce Canyon

Bryce Canyon.

Wir sind extra zeitig losgefahren. Es ist Samstag. Montag Feiertag - Labor Day. Unsere Sorge gilt wieder einen freien Platz im NP zu ergattern. Doch mit schneller Fahrt wird nichts.

Den Tunnel auf der "12" können wir mit dem Permit problemlos durchfahren. Doch vorher schon Stop and Go. Hinter jeder Kurve ein andere toller Blick. Wir durchfahren den kilometer langen Tunnel und wieder Stop and Go. Wenn das so weiter geht kommen wir erst abends im Bryce Canyon an. Unvermittelt ist die Landschaft unspektakulär, doch nicht lange, dann taucht der Red Canyon vor uns auf. Wir kraxeln den steilen Hang hinauf und sehen hinter der roten Wand die flache Ebene die wir kurz vorher durchfahren sind. Die 164 Km schaffen wir dann bis mittags. Der Campplatz ist zu unserer Überraschung fast leer.

Ob es an dem Preis liegt? 30 $ nur mit Flushtoilette ganz schön happig. Eine andere Möglichkeit haben wir aber nicht. Auch hier ein Shuttle System. RV`s über 6,10 Meter dürfen auf den Parkplätzen nicht stehen. Da unser Platz günstig liegt können wir alles zu Fuß erreichen. Keine 10 Minuten gehen wir gleich nach der Ankunft zum gegenüberliegenden Sunset Point. Ein Anblick den wir nie vergessen werden.

Wir sind sprachlos. Wow, ist alles was uns einfällt. Ich weiß jetzt schon: der Tag wird anstrengend und es erwartet mich viel Arbeit. Dabei meine ich nicht die bevorstehende Wanderung in den Canyon, sondern das Löschen von Bildern. Jeder Blick offenbart andere Einsichten in den Canyon. Wir stehen am Rand und staunen und sind ehrlich gesagt überfordert. Was machen wir, bleiben wir stehen, gehen wir nach rechts, gehen wir links rum, hast du das gesehen, schau mal hier, schau mal da!?

Die Kamera läuft bei uns beiden heiß. 

Am Sunset Point beginnt eine Wanderung in den Canyon.

Den Navajo Loop Trail verbinden wir mit dem Queens Garden Trail. Also Abmarsch hinunter in den Canyon. 

Rechte Kehre, linke Kehre. Blick nach oben. Toll. Immer wieder werfen wir den Blick nach oben. Aus dieser Perspektive sieht es genau so phantastisch aus wie von oben. Die Luft staut sich. Doch runter geht es beschwingt, diejenigen, die hochkommen sehen ein wenig angespannt aus. Unten angekommen gehen wir durch einen Felsspalt. Bäume ragen in den Himmel.

 

Unten im Canyon ist es relativ flach. Aufkommender Wind bringt etwas Frische. Es riecht nach Tannen und trockener Erde. Durch den Bryce Canyon fließt kein Fluß wo wir uns abkühlen könnten. Die Queens Garden Runde endet, oder beginnt, je nach dem wo man startet am Sunrise Point. Bevor wir oben sind liegt uns ein anstrengender Abschnitt noch bevor. Wir müssen hinauf. Ich bin geschafft. Meine Hüfte schmerzt, die Leiste zwackelt und der Magen schlägt Purzelbäume. Das ist heute absolut nicht mein Tag. Oben angekommen benötige ich eine längere Pause. Silvia hat die Kamera und macht eifrig Fotos. 

Es geht zurück zum Auto wo wir uns stärken und erholen. Für den Abend ist noch einmal ein Spaziergang zum Canyon angesagt. Wir hoffen auf einen schönen Sonnenuntergang. Nicht nur wir wie es scheint. Menschenmassen tummeln sich am Rande des Canyon. Die Eindrücke sind anders, die Farben der Felsformationen ändern sich. Zu den bereits gemachten Fotos gesellen sich noch einmal welche. Puh. Wir befinden uns auf eine Höhe von über 2500 Metern. Abends wird es endlich mal wieder etwas frisch, so das wir unsere Jacken überziehen und nach dem Essen direkt ins Auto gehen. Statt Laken gibt es heute Nacht eine Bettdecke.

Eigentlich war es unsere Absicht früh morgens um 6.30 Uhr zum Sunrise Point zu gehen. Aber wir haben verschlafen. Na ja, wir können nicht alles haben. Doch einen weiteren Tag im NP, bei diesen Camp Preisen, nein Danke. 

Stop am Visitor Center, aber das Skypen klappt mal wieder nicht.

Darum zügig zurück auf die "12" durch den Escalante NP. Mal rauf und mal runter. Der Park ist ohne Off Road Fahrzeug nicht geeignet, deshalb fahren wir nur durch. Heute Abend wird die Bettdecke nicht zum Einsatz kommen.

Gerne würden wir zur Abwechslung ein Glas Weißwein trinken. Leider gibt es bezüglich Alkohol einige Probleme in Utah. Kein Alkoholverkauf am Sonntag und an Feiertagen. Mormonen! Ob unser Kühlschrank den Wein auf genießbare Temperatur bringen kann ist ebenso fraglich. Also gibt es heute Abend ein Bier aus dem Eisfach. Im Schatten unseres Autos können wir es einigermaßen aushalten. Wir hätten eine Außendusche einbauen lassen sollen. Die vermissen wir momentan schmerzlich.

Die nächsten Ziele sind Canyonland und Arches. 

 

 

 

Über unseren abgerissenen Abwasserschlauch habe ich schon berichtet. Ob es an der neuen Montage liegt oder ob im Wageninneren doch etwas kaputt gegangen ist, keine Ahnung. Jedenfalls müffelt es seitdem mitunter im Auto. Bei diesen Temperaturen besonders. Silvia will der Sache auf den Grund gehen und baut den Abfluss am Spülbecken auseinander, das Waschbecken im Badezimmer habe ich bereits gereinigt. Desinfektionsmittel und Zitronenduft hat noch nicht viel geholfen. Unsere Vermutung: in der Werkstatt wurde ein Verbindungsrohr in den Tank eingesetzt das zu lang ist und dadurch nicht alles Grauwasser abläuft. Hoffen wir mal das es nichts schlimmeres ist und das Müffeln bei kälteren Temperaturen wieder verschwindet.

Ansonsten haben wir zu Hause ein Problem.

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