Der Kelch ging nicht an mir vorüber

Leider hat Silvia auch den Bericht im Reisebuch gelesen. Ich hatte gehofft sie übersieht ihn. Aber leider war dem nicht so. Ich mußte.....

mal wieder die Wanderschuhe anziehen und wandern. Ausgerechnet in einer Region wo wir 2 Km vorher an der Straße einen Schwarzbären gesehen haben. 

Bevor wir stoppen und die Kamera ausrichten konnten war er leider wieder im Wald verschwunden.

 

Mit uns im Gepäck eine Bärenschelle und bei mir sehr viel Angst.

 

 

Das Streckenprofil hat es in sich. War nicht gerade ermutigend.

Laut Tafel waren bis zum Middle Joffre Lake 2,5 Std. veranschlagt, bei einer Strecke von 3 Km.

Normalerweise gilt in etwa die Regel 4 Km in 1 Std.

 

Wir starten am Lower Joffre Lake noch mit etwas gutem Wetter und Sonnenschein. Unser Ziel ist der Middle Lake. Zunächst durch Wald, bis wir einen Steilhang überqueren müssen. Danach ein Stück freie Fläche bis wir wieder durch lichten Wald gehen. Unsere Füße rutschen ständig weg. Sobald wir den Weg um cm verfehlen sacken wir tief in den Schnee ein.

Wir sind Gott sei dank nicht alleine unterwegs. Hin und wieder hören wir außer unseren noch andere Glöckchen erklingen. (Ist denn etwa schon Weihnachten?)

Lauthals singen konnte ich nicht, dafür fehlte mir die Puste. Ständig bergauf, Schnee und Eis unter den Füßen,

Stöcke zum Bremsen und Gleichgewicht halten. Selbst Silvia mußte sich (gehörig) anstrengen!

Den ganzen Weg wurden wir von 2 kleinen Vögeln begleitet. Blieben wir stehen setzten sie sich auf einen Ast. Gingen wir weiter flogen sie vor uns her.

 

 

Und dafür die ganze Anstrengung. See nicht türkisfarben schimmernd in herrlicher Berg und Gletscherkulisse, sondern Nebel und wolkenverhangener Himmel. Der See ist bis auf wenige Stellen noch zugefroren. 

Dafür bekamen wir Besuch von Herrn, Frau oder Kind Streifenhörnchen. Es huschte immer zwischen unseren Beinen hin und her und beschnupperte unsere Rucksäcke, die wir schnell verschlossen haben.

 

Beim Rückweg war volle Konzentration gefordert. Einige Wanderer sind auf den Hosenboden herunter gerutscht, andere lagen ständig im Schnee. Ohne unsere Wanderstöcke wäre uns das eine oder andere auch passiert.

In der Nacht konnten wir beide ausgezeichnet schlafen. Direkt an einem Fluß standen wir ganz alleine in der Natur. Am nächsten Morgen kommt der Ranger zum Kassieren und fragt ob wir auch die Bären gesehen haben. Dann war das klopfen im Morgengrauen doch wohl ein Bär. Ich hatte schon gedacht mein Gesang am Abend, immer wenn ich das Auto verlassen habe, hätte alle Bären verschreckt und sie wären davon gerannt. ( Lieder von A - Z )

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Kommentare: 3
  • #1

    Kathleen (Dienstag, 16 Mai 2017 21:12)

    Huhu ihr Lieben...also ich muss schon sagen Hut ab wie mutig ihr seid!!!Hätte ich einen Bären gesehen wäre ich nicht mal ausgestiegen!!...Holzhacken...;-) ich musste so lachen ..ihr seid Klasse und ich bin froh das ihr euch nicht verletzt habt..aber ihr habt Holz liebe Grüße ✌

  • #2

    SaBi :) ;) (Mittwoch, 17 Mai 2017 01:01)

    Oh,oh... mein Freund der Baum... irgendwie tat er uns ja auch leid ... also wir haben jetzt unsere Wurzel im Garten ausgegraben. Wenn Ihr Lust habt, könnt ihr euch nächstes Jahr weiter daran austoben.Das Holz könnt ihr dann behalten.
    Im Juli haben wir Urlaub... habt ihr noch Platz?
    Wieder tolle Bilder und Infos...
    Sooo schlimm kann das mit der Wanderung ja nicht gewesen sein.... Marita kann ja noch essen und rauchen...
    zur Zeit haben wir hier 28 Grad... aber nicht mehr lange....
    bis baahaald....
    SaBi

  • #3

    Marita (Donnerstag, 18 Mai 2017 03:46)

    Hallo Sabine. Unsere Axt ist zu klein, die Wurzeln zu dick. Platz ist zwar in der kleinsten Hütte, aber wir haben kein Bett für Euch. Ist alles belegt. Sorry.